Steigende Lebenshaltungskosten und die Ausweitung des Wohneigentums standen laut zwei mit der Veranstaltung vertrauten Personen im Mittelpunkt eines Abendessens, zu dem US-Präsident Donald Trump am Mittwoch Top-Führungskräfte der Wall Street ins Weiße Haus geladen hatte.

Zu dem Treffen, das vor allem von CEOs besucht wurde, zählten laut drei Quellen Jamie Dimon von JPMorgan Chase, Adena Friedman von Nasdaq, Ted Pick von Morgan Stanley und David Solomon von Goldman Sachs.

Die Teilnehmer tauschten sich zudem über Handel, Marktregulierungen und Einwanderung aus, wie eine Quelle berichtete.

Ein Beamter des Weißen Hauses erklärte, der Präsident und die CEOs hätten darüber gesprochen, was er zur Beendigung der Inflationskrise unternommen habe und welche Maßnahmen er bisher zur Verbesserung der Bezahlbarkeit eingeleitet habe.

Der Beamte betonte, der Präsident arbeite kontinuierlich mit Wirtschaftsvertretern zusammen, um Preise zu senken, Löhne zu steigern, das Arbeitsplatzwachstum zu fördern und die Wirtschaft anzukurbeln - auch dieses Abendessen sei Teil dieses Ansatzes gewesen.

Trump, der bei dem Dinner eine Rede hielt, hat sich nach einer Serie von Niederlagen für republikanische Kandidaten bei den Wahlen der vergangenen Woche verstärkt auf die Lebenshaltungskosten konzentriert und dabei betont, dass die höheren Preise auf die Politik seines Vorgängers Joe Biden zurückzuführen seien.

Die Erfolge der Demokraten in New Jersey, New York und Virginia zeigten, dass die Wähler weiterhin wegen der anhaltenden Inflation besorgt sind. Ökonomen zufolge wurde diese teilweise auch durch hohe Importzölle angeheizt, die Trump eingeführt hatte.

Auf der Gästeliste standen außerdem Jeffrey Sprecher, CEO der Intercontinental Exchange, Lynn Martin, Präsidentin der New Yorker Borse, sowie Bill Ackman, Gründer und CEO von Pershing Square, wie Unternehmensvertreter bestätigten.

Hypotheken und Bezahlbarkeit sind in den vergangenen Tagen zu zentralen Themen der Regierung geworden. Sie hat zugesagt, die langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen zu begrenzen, die als Richtschnur für Kreditkonditionen dienen.

Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen sind in diesem Jahr bislang um fast 50 Basispunkte gesunken - teils aufgrund verlangsamten Wirtschaftswachstums sowie haushalts- und schuldenpolitischer Maßnahmen, die die großten Sorgen der Anleiheinvestoren über die wachsende US-Staatsverschuldung gemildert haben.

"Niedrigere Finanzierungskosten für US-Staatsanleihen bedeuten niedrigere Unternehmensfinanzierungskosten, niedrigere Hypothekenzinsen und niedrigere Raten für Autokredite - all das führt zu mehr Bezahlbarkeit für alle Amerikaner", sagte Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch in einer Rede bei der Federal Reserve Bank of New York.

Während die Quellen keine weiteren Details zu den besprochenen Handels- und Marktthemen nannten, hat sich Adena Friedman von der Nasdaq für Reformen ausgesprochen, die es börsennotierten Unternehmen erlauben würden, entweder vierteljährlich oder halbjährlich zu berichten - eine Politik, die Trump unterstützt.

Trump hat in den vergangenen Monaten weitere private Treffen mit Wirtschaftsvertretern abgehalten, während seine Regierung versucht, das Wirtschaftswachstum zu fördern und gleichzeitig die Spannungen mit globalen Handelspartnern zu managen.