Der Londoner Leitindex FTSE 100 hat am Mittwoch erneut ein Rekordhoch erreicht, getragen von kräftigen Gewinnen im Gesundheitssektor, während Anleger weiterhin mit den Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem US-Regierungsstillstand konfrontiert sind.
Der Blue-Chip-Index stieg um 1,03 % auf 9.446,43 Punkte und übertraf damit den bisherigen Rekordschlussstand vom Vortag.
Der Gesundheitssektor erwies sich als herausragender Gewinner des Tages und legte um 8,7 % zu.
Dies folgte einen Tag, nachdem Pfizer und US-Präsident Donald Trump bekanntgegeben hatten, dass der US-Pharmakonzern zugestimmt habe, die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente im Medicaid-Programm zu senken - im Gegenzug für Zollvergünstigungen.
Branchengröße AstraZeneca sprang um 11,2 % nach oben und verzeichnete damit den größten Tagesgewinn seit Mai 2017.
Auch Hikma Pharmaceuticals und GSK legten um 5,7 % beziehungsweise 6,1 % zu, im Gleichklang mit ihren europäischen Wettbewerbern.
Der Midcap-Index FTSE 250 schloss nach anfänglichen Verlusten 0,2 % höher, gestützt durch Zuwächse in den Bereichen Immobilien und nichtzyklischer Konsum.
Greggs stieg um 6,4 % und war damit der größte Kurstreiber im Index, nachdem die Bäckerei- und Fastfood-Kette einen Anstieg des Gesamtumsatzes im dritten Quartal um 6,1 % gemeldet hatte und auf verbesserte Geschäftsbedingungen im August und September verwies.
Auf der Datenfront schrumpfte die britische Industrieproduktion im September laut einer Umfrage so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr, was auf eine gedämpfte Binnennachfrage und weniger Exportaufträge zurückzuführen ist.
Unabhängig davon stiegen die Hauspreise im September laut dem Hypothekenanbieter Nationwide Building Society mit einem Plus von 0,5 % etwas stärker als erwartet.
Ein Index britischer Wohnungsbauunternehmen beendete den Tag mit einem Plus von 1,2 %.
Der Luftfahrt- und Verteidigungssektor war mit einem Rückgang von 1 % der größte Verlierer unter den Branchen, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung noch mehr als 2 % zugelegt hatte.
Unter den Einzelwerten belastete Tate & Lyle den Index am stärksten: Der Nahrungsmittelzutatenhersteller warnte vor einem Rückgang von Jahresgewinn und Umsatz aufgrund einer Nachfrageschwäche in Amerika, seinem wichtigsten Markt. Die Aktien brachen um 13 % ein und fielen damit auf das niedrigste Niveau seit 2009.
Weltweit sorgen die Märkte für neue Unsicherheit, nachdem der US-Regierungsstillstand am Mittwoch in Kraft getreten ist - insbesondere, da Händler weiterhin sensibel auf Signale zur geldpolitischen Ausrichtung der Federal Reserve reagieren.

















