14. Mai (Reuters) - Der französische Luxusgüterkonzern LVMH trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke Marc Jacobs. Käufer ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Markenverwalters WHP Global und der Modefirma G-III Apparel, wie die Unternehmen in der Nacht zu Freitag mitteilten. Für die Übernahme wollen die beiden US-Unternehmen bis zu 850 Millionen Dollar aufbringen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden. G-III werde die Marke weltweit erwerben und verwalten, während WHP die Lizenzvergabe übernehme, hieß es in der Mitteilung.
Gründer Marc Jacobs, der das Label 1984 ins Leben rief, wird nach Abschluss der Transaktion als Kreativchef an Bord bleiben. LVMH hatte 1997 die Mehrheit an der Marke erworben und Jacobs im selben Jahr zum Kreativdirektor von Louis Vuitton ernannt. Aus einer Pflichtmitteilung geht hervor, dass G-III und WHP jeweils bis zu 425 Millionen Dollar zur Finanzierung der Übernahme beisteuern werden. Zu G-III gehören Marken wie Karl Lagerfeld und DKNY. Die Markenrechte an Marc Jacobs sollen zu gleichen Teilen bei den Käufern liegen.
Der Verkauf passt zum Bestreben von LVMH, sich in einem schwierigen Marktumfeld auf die Profitabilität zu konzentrieren. Der Luxussektor leidet derzeit unter den Folgen des Konflikts im Nahen Osten, der den Reiseverkehr beeinträchtigt und die Konsumlaune dämpft. LVMH hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, dass der Krieg im Iran den Konzernumsatz im jüngsten Quartal um mindestens ein Prozent gedrückt habe.
Die Transaktion stehe für einen übergeordneten Trend in der Branche, erläuterte Lieferkettenberater Brittain Ladd. Große Konglomerate stießen Randbereiche ab, während spezialisierte Markenverwalter als Käufer für Designernamen aufträten. "Dies unterstreicht eine neue Strategie, bei der es darum geht, die Markenrechte zu sichern, Lizenzen offensiv zu vergeben und die Strukturen schlank zu halten", sagte Ladd. Eine ähnliche Transaktion war zum Beispiel der Verkauf von Reebok durch Adidas im Jahr 2021 an die Authentic Brands Group.
(Bericht von Chandni Shah und Mrinmay Dey, bearbeitet von Sabine Wollrab, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE ist der weltweit führende Anbieter von Luxusgütern. Der Nettoumsatz verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Produktfamilien: - Mode und Lederwaren (46,7 %): Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior, Celine, Loewe, Kenzo, Givenchy, Fendi, Emilio Pucci, Marc Jacobs, Berluti, Loro Piana usw.; - Uhren und Schmuck (13 %): Marken wie Bulgari, TAG Heuer, Zenith, Hublot, Chaumet, Fred, Tiffany usw.; - Parfüms und Kosmetikprodukte (10,1 %): Parfüms (Christian Dior, Guerlain, Loewe, Kenzo, Givenchy usw.), Make-up-Produkte (Make Up For Ever, Guerlain, Acqua di Parma usw.) usw.; - Weine und Spirituosen (6,6 %): Champagner (Moët & Chandon, Dom Pérignon, Veuve Clicquot, Krug, Ruinart, Mercier, Château d'Yquem, Domaine du Clos des Lambrays, Château Cheval Blanc, Colgin Cellars, Hennessy, Glenmorangie, Ardbeg, Belvedere, Woodinville, Volcán de mi Tierra, Chandon, Cloudy Bay, Terrazas de los Andes usw.; weltweit Nr. 1), Weine (Cape Mentelle, Château D'Yquem usw.), Cognacs (hauptsächlich Hennessy; weltweit Nr. 1), Whisky (hauptsächlich Glenmorangie) usw. Der verbleibende Nettoumsatz (23,6 %) stammt aus dem selektiven Vertrieb über die Ketten Sephora, DFS, Miami Cruiseline sowie die Kaufhäuser Le Bon Marché und La Samaritaine. Ende 2025 werden die Produkte über ein Netzwerk von 6.283 Verkaufsstellen weltweit vermarktet. Der Nettoumsatz verteilt sich geografisch wie folgt: Frankreich (8,3 %), Europa (18 %), Japan (7,9 %), Asien (26,5 %), Vereinigte Staaten (25,6 %) und Sonstige (13,7 %).
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.