(Alliance News) - Nach dem Entzug der CEO-Vollmachten hat der Verwaltungsrat von Montepaschi beschlossen, Luigi Lovaglio nun auch in seiner Funktion als Generaldirektor der Bank zu entlassen.

Wie der Corriere della Sera am Mittwoch berichtet, wurde die Entscheidung gestern unter Hinzuziehung des Arbeitsrechtlers Francesco Giammaria getroffen, der von einer "einseitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigem Grund" sprach.

Die Sitzung, die nur einen einzigen Tagesordnungspunkt umfasste, folgte auf einen Briefwechsel zwischen dem Board und Lovaglio. Auslöser war die Entscheidung des Managers vor etwa zehn Tagen, sich der konkurrierenden Liste der PLT Holding anzuschließen, die ihn als CEO-Kandidaten aufstellte, nachdem er von der Liste des scheidenden Verwaltungsrats ausgeschlossen worden war.

Nach Ansicht des Gremiums wurde diese Entscheidung jedoch nicht fristgerecht kommuniziert. Auf eine entsprechende Abmahnung reagierte Lovaglio, ohne dabei insbesondere die zeitlichen Abläufe hinreichend zu klären.

Die Entlassung verschärft die Spannungen zwischen dem ehemaligen CEO und dem Board im Vorfeld der Hauptversammlung am Mittwoch, bei der eine Präsenz von rund 70% erwartet wird. Neben Delfin hat auch Edizione mit 1,5% ihre Aktien hinterlegt und könnte die Liste des Verwaltungsrats unterstützen. Delfin hingegen könnte sich enthalten oder für einzelne Kandidaten stimmen.

Unterdessen setzen beide Seiten ihre Investorengespräche fort. Der amtierende Verwaltungsrat hat bereits rund ein Dutzend Treffen absolviert und strebt bis zur Versammlung insgesamt 30 an, wobei Schwergewichte wie Blackrock, Vanguard und Norges einbezogen werden. Zustimmung wird auch von der Banco BPM und einigen Sparkassen sowie weiteren italienischen Aktionären wie Azimut erwartet, was einem geschätzten Stimmenanteil zwischen 20% und 22% entspricht.

Von Giuseppe Fabio Ciccomascolo, Alliance News Senior Reporter

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