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AUSBLICK/EZB ändert Geldpolitik nicht und diskutiert Inflationsrisiken

25.10.2021 | 16:00

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte bei seinen Beratungen in dieser Woche keine unmittelbare Änderung seiner Geldpolitik beschließen. Analysten erwarten vielmehr, dass das Gremium wie im September kommuniziert erst im Dezember über die Zukunft des Pandemiekaufprogramms PEPP entscheiden wird. Angesichts der anhaltend hohen Inflation dürfte es im Rat aber lebhafte Diskussionen über das Risiko geben, dass der Preisdruck länger als erwartet stark bleibt und Zweitrundeneffekte auslöst.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte in ihrer Pressekonferenz auf diese Risiken eingehen, zugleich aber betonen, dass der Rat an seiner Einschätzung festhält, dass die Inflation im Verlauf des nächsten Jahres zurückgehen wird.

Ihre geldpolitischen Entscheidungen veröffentlicht die EZB am Donnerstag um 13.45 Uhr. Die Pressekonferenz mit Lagarde beginnt gegen 14.30 Uhr. Folgende wichtige geldpolitische Aspekte umfasst das geldpolitische Statement:

1. Leitzinsen

Die EZB dürfte bekräftigen, dass die Leitzinsen, darunter der maßgebliche Satz für Einlagen von Banken bei der EZB (minus 0,50 Prozent), bis auf weiteres auf ihrem aktuellen oder einem noch niedrigeren Niveau bleiben dürften, bis folgende Bedingungen erfüllt sind:

a) der Rat erkennt einen Anstieg der Inflation auf 2 Prozent deutlich vor Ende des Prognosezeitraums (derzeit 2023)

b) die Inflation verspricht auch im Rest des Prognosezeitraums dort zu bleiben

c) die Kerninflation lässt stabil 2 Prozent Inflation erwarten

Zuletzt lag die Inflation zwar bei 3,4 Prozent, aber die EZB rechnet ausweislich ihrer Projektionen von September für 2022 und 2023 nur mit 1,7 und 1,5 Prozent Inflation. Neue Projektionen werden im Dezember veröffentlicht.

2. APP-Kaufprogramm

Es hat ein monatliches Volumen von 20 Milliarden Euro und könnte demnächst an Prominenz gewinnen, wenn das Pandemiekaufprogramm PEPP eingestellt wird. Bis dahin wäre allerdings zu klären, wie die EZB mit dem Problem der Ankaufobergrenzen für Staatsanleihen umgehen will, die bei einigen Ländern in Sichtweite geraten. Analysten erwarten, dass die EZB das APP-Volumen ab April anheben wird, wenn das PEPP im März enden sollte.

3. PEPP-Programm

Es bietet der EZB bei ihren Ankäufen mehr Flexibilität, ist aber an die Dauer der "Corona-Krisen-Phase" gebunden. Jüngste Äußerungen von EZB-Offiziellen lassen darauf schließen, dass es tatsächlich eingestellt werden soll - die Frage ist nur wann und wie. Nach dem EZB-Beschluss einer "moderaten Verringerung" der monatlichen Käufe von 80 Milliarden Euro dürften die EZB zuletzt Anleihen für 60 bis 70 Milliarden Euro erworben haben. Daten für Oktober werden in der nächsten Woche veröffentlicht.

Manche Analysten rechnen mit einer Beendigung des PEPP bis März, was einen ziemlich abrupten Ausstieg bedeuten würde. Andere erwarten deshalb parallel eine Erhöhung der APP-Käufe oder ein längeres Tapering, das über März hinaus reicht. Aber darüber wird erst im Dezember entschieden. "Eine behutsame Rückführung der Anleihekäufe ist ein guter Kompromiss zwischen Tauben und Falken im EZB-Rat", sagt Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert tippt auf eine Verlängerung der PEPP-Käufe ins zweite Quartal hinein und eine flexible Handhabung der derzeit bei 20 Milliarden Euro fixierten APP-Käufe.

4. TLTRO-Langfristtender

Die EZB betont in jedem Statement ihre Bereitschaft, den Banken reichlich Liquidität zur Verfügung zu stellen und verweist auf die langfristigen, gezielten Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO). Manche Analysten rechnen damit, dass die EZB das Ende des PEPP mit neuen TLTROs flankieren wird. Auch hier ist ein Beschluss für Dezember zu erwarten.

Aufschlüsse über die Diskussionen im EZB-Rat hoffen Analysten aus Lagardes Pressekonferenz gewinnen zu können.

Manche von ihnen verweisen darauf, dass an den Finanzmärkten wegen hoher Inflationsraten gegenwärtig eine Zinsanhebung schon für Anfang 2022 eingepreist werde, was Lagarde auch wegen zuletzt enttäuschender Konjunkturdaten sicherlich korrigieren wolle. Andere Beobachter glauben hingegen, dass Lagarde nicht umhin kommen wird zuzugeben, dass die Inflation perspektivisch höher als bisher erwartet ausfallen könnte.

Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte haben ihre Inflationsprognosen für 2021 und 2022 erneut angehoben. Sie erwarten jetzt 2,3 (bisher: 2,2) und 2,0 (1,6) Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sehen sie auf Sicht von drei, sechs und zwölf Monaten unverändert bei minus 0,20, minus 0,10 und 0,00 Prozent und den Euro-Kurs bei 1,17 (1,19), 1,17 (1,19)und 1,17 (1,20) US-Dollar.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

(END) Dow Jones Newswires

October 25, 2021 10:00 ET (14:00 GMT)

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