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Aktien Frankfurt: Hoffnung auf US-Konjunkturhilfen lässt die Kurse steigen

08.10.2020 | 15:11

FRANKFURT (awp international) - Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag aufgehellt. Nach dem durchwachsen Handelstag am Mittwoch überwand der Leitindex Dax nun erstmals seit knapp drei Wochen wieder die runde Marke von 13 000 Punkten. Am frühen Nachmittag stand das Börsenbarometer 0,83 Prozent höher bei 13 035,45 Punkten. Die Hoffnung auf zusätzliche Konjunkturhilfen in den USA habe die Kurse gestützt, sagten Händler.

In dem wieder aufgehellten Börsenumfeld stieg der MDax der 60 mittelgrossen Börsentitel um 0,90 Prozent auf 27 865,46 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,6 Prozent.

"Die Finanzmärkte haben die Absage der Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern hinsichtlich eines weiteren US-Hilfspakets sehr gelassen aufgenommen", schrieb Analyst Christian Henke vom Handelshaus IG. Allgemein sei kurz vor der US-Wahl nicht mit einer Einigung gerechnet worden. Unabhängig davon, wer am 3. November den Kampf um das Weisse Haus gewinnen werde, würden beide Kontrahenten wohl anschliessend weitere fiskalpolitische Unterstützungen im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie in Angriff nehmen.

Bereits am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, mit mehreren kleineren Massnahmen Soforthilfe zu leisten, etwa für die angeschlagenen Airlines. Vor diesem Hintergrund strömten Käufer in Erwartung neuer Geldgeschenke weiter in den Markt und sorgten auch dafür, dass der Dax allen Widrigkeiten wie dem steigenden Infektionsgeschehen trotze, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Marktes. Hierzulande ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages sprunghaft auf mehr als 4000 gestiegen.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien des Baustoffkonzerns HeidelbergCement 3,6 Prozent. Mit Blick auf die Zementbranche dürften die Heidelberger wohl am stärksten von den wieder erfreulicheren Markttrends profitieren, argumentierte Analyst Ephrem Ravi von der US-Bank Citigroup. Vor der Saison der Quartalsberichte setzte er die Aktien deshalb auf eine Liste solcher Unternehmen, die mit ihren Zahlen positiv überraschen könnten.

Im MDax führten positive Analystenkommentare zu noch deutlicheren Kursausschlägen. So zogen die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 dank einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs um gut vier Prozent an. Die Trends im europäischen Werbegeschäft dürften sich im dritten Quartal deutlich aufgehellt haben, kommentierte Analystin Lisa Yang.

Den Papieren von Nemetschek half eine optimistischere Sicht der Investmentbank Barclays auf die Sprünge, hier stand zuletzt ein Plus von rund sieben Prozent zu Buche. Der neue Chef des Bausoftwarespezialisten gehe Kernbedenken der Anleger an - die Unternehmensstruktur und den Wechsel zu einem Abonnementmodell, schrieb Analyst Sven Merkt. Hier winkten Effizienzsteigerungen und eine höhere Umsatzqualität mit entsprechenden Gewinnbeiträgen.

Im SDax sorgten derweil die jüngsten Geschäftszahlen von Südzucker für lange Gesichter: Die Aktien sackten als klares Schusslicht in diesem Nebenwerteindex um rund zehn Prozent ab. Dem Konzern bereitet das Zuckergeschäft weiter Probleme - hier rechnet Südzucker im laufenden Geschäftsjahr definitiv mit einem Verlust, nachdem bislang noch ein Gewinn für möglich gehalten wurde.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1760 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1770 (Dienstag: 1,1795) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8496 (0,8478) Euro. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 145,68 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,22 Prozent auf 174,41 Zähler./la/fba

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---


© AWP 2020
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