Ein globaler Aktienindex gab am Mittwoch nach, wahrend die Renditen von US-Staatsanleihen nach einer dritten schwachen Auktion in Folge stiegen. Die Anleger sorgten sich um hohere Zinssatze, wahrend sie auf einen wichtigen US-Inflationsbericht warteten, der am Freitag veroffentlicht wird.

Der Dollar hielt sich fest und stieg gegenuber dem japanischen Yen auf ein Vier-Wochen-Hoch, gestutzt durch hohere Anleiherenditen.

Der MSCI-Index fur Aktien aus aller Welt fiel um 8,15 Punkte oder 1,03% auf 784,30 und verzeichnete damit den grossten prozentualen Ruckgang an einem Tag seit dem 30. April.

"Am Aktienmarkt nahern wir uns dem Monatsende, so dass die Marktteilnehmer moglicherweise Gewinne mitnehmen", sagte Charlie Ripley, Senior Investment Strategist bei Alliance Investment Management, und verwies auf die schwache Auktion der 7-jahrigen US-Staatsanleihen, nachdem die Auktionen der 2- und 5-Jahres-Anleihen am Dienstag ahnlich ausgefallen waren.

"Bei der Auktion der siebenjahrigen Anleihen wurde ein hoherer Zinssatz verkauft als vor der Auktion, das sind drei Auktionen in Folge, bei denen die Renditen gestiegen sind. Hohere Zinsen sind aus Sicht der Aktienbewertung weniger attraktiv", sagte Ripley.

Er merkte an, dass sich die Anleger auf die Auktionen der Staatsanleihen konzentrierten, weil sie auf die Veroffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten warteten.

Der Bericht uber den US-Kernpreisindex fur personliche Konsumausgaben (PCE) - das von der Federal Reserve bevorzugte Mass fur die Inflation - wird erst am Freitag veroffentlicht, und der Arbeitsmarktbericht fur Mai wird erst eine Woche spater erwartet.

Um 14:45 Uhr fiel der Dow Jones Industrial Average um 409,30 Punkte oder 1,05% auf 38.443,56, der S&P 500 verlor 35,29 Punkte oder 0,67% auf 5.270,75 und der Nasdaq Composite 75,47 Punkte oder 0,44% auf 16.943,81.

Zuvor hatte der europaische STOXX 600-Index mit einem Minus von 1,08% geschlossen und damit den grossten prozentualen Ruckgang an einem Tag seit Mitte April verzeichnet, da die Anleiherenditen aufgrund von Befurchtungen, dass die Zinssatze weltweit langer auf einem hohen Niveau bleiben werden, stiegen.

Die Rendite der 10-jahrigen US-Staatsanleihen erreichte ein Vier-Wochen-Hoch und lag zuletzt um 7,8 Basispunkte hoher bei 4,62%. Die Rendite der 2-jahrigen Anleihe, die sich normalerweise im Gleichschritt mit den Zinserwartungen bewegt, stieg um 2,6 Basispunkte auf 4,983%.

Der vielbeachtete Teil der Renditekurve fur US-Staatsanleihen, der den Abstand zwischen den Renditen zwei- und 10-jahriger Staatsanleihen misst und als Indikator fur die Konjunkturerwartungen gilt, verringerte sich auf minus 36,5 Basispunkte.

Die 7-jahrige Rendite stieg auf 4,64% von 4,56% am spaten Dienstag.

Bei den Wahrungen legte der Dollar-Index, der den Greenback gegenuber einem Korb von Wahrungen einschliesslich des Yen und des Euro misst, um 0,41% auf 105,09 zu, wahrend der Euro um 0,45% auf $1,0806 fiel.

Gegenuber dem japanischen Yen stieg der Dollar um 0,32% auf 157,67, nachdem er den hochsten Stand seit dem 1. Mai erreicht hatte.

Die Olpreise gaben aufgrund von Sorgen uber die schwache Benzinnachfrage in den USA und Befurchtungen, dass die US-Notenbank die Zinsen noch langer hochhalten wird, nach.

US-Rohol gab um 0,75% auf $79,23 pro Barrel nach und Brent fiel um 0,74% auf $83,60 pro Barrel.

Der Goldpreis fiel um 0,93% auf $2.338,92 je Unze, da ein starkerer Dollar, hohere Anleiherenditen und die aggressiven Ausserungen eines Fed-Beamten am Dienstag die Stimmung weiter belasteten.