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BLICKPUNKT/Nomura : Schädliches Growth-Übergewicht bei ESG-Fonds

23.06.2022 | 12:13

Das derzeitige Angebot an nachhaltigen Anlagestrategien weist eine klare Ausrichtung auf Wachstumstitel auf. Dies erklärt auch die starke Performance vieler Nachhaltigkeitsfonds in den vergangenen zwei Jahren. Nun, da das Pendel der Investorenpräferenzen in Richtung Value-Aktien schwingt, sorgt die Ausrichtung auf "Growth"-Titel für Nachteile. Dies sind die Kernaussagen einer Analyse von Nomura Asset Management.

Die Untersuchung, die sich auf Daten von Morningstar stützt, zeigt, dass 85 Prozent der global anlegenden Aktienfonds, die als SFDR Artikel-9-Fonds geführt sind, ein Übergewicht in Wachstumstiteln haben.

"Das Übergewicht in Wachstumswerten hat sich folgerichtig in einer schwachen Wertentwicklung der Nachhaltigkeitsfonds seit dem Beginn des Jahres 2021 niedergeschlagen", so Alex Rowe, Portfoliomanager für nachhaltige Anlagestrategien bei Nomura Asset Management.

Laut den Morningstar-Daten hätten nachhaltige Strategien im Zeitraum von Ende Januar 2021 bis Ende März 2022 um durchschnittlich 7,9 Prozent schlechter abgeschnitten als der MSCI ACWI. Von allen untersuchten Fonds hätten drei Viertel schlechter abgeschnitten als der Index. In den zwölf Monaten zuvor, als Growth-Titel in der Gunst der Anleger noch oben standen, haben die Artikel-9-Fonds hingegen den Index noch um 5,8 Prozent outperformt.

Die Analyse der von Nomura untersuchten Nachhaltigkeitsfonds deutet außerdem auf eine leichte Tendenz zu Unternehmen mit geringerer Qualität und weniger Stabilität hin, was sich in einer Untergewichtung des Faktors Profit und einer Übergewichtung von Unternehmen mit hohen Ertragsschwankungen zeigt.

"Tatsächlich neigt man nach der althergebrachten Denkweise eher dazu, Wachstumstitel, vor allem Tech-Firmen, ins Portfolio zu nehmen, weil diese aufgrund ihrer Geschäftsmodelle per se geringere negative Umweltauswirkungen haben als beispielsweise Chemiekonzerne oder Industrieunternehmen", so Rowe.

Rowe hält es für sinnvoller, auf Unternehmen zu setzen, die einen hohen positiven Nutzen stiften, über alle Interessengruppen hinweg. Als Beispiel nennt er den Pharmasektor: "Es gibt eine Reihe von nachhaltig geführten Pharmaunternehmen, die Behandlungen für schwerwiegende Krankheiten entwickeln, den möglichst einfachen und günstigen Zugang zu Medikamenten proaktiv angehen und die Preise für diese Behandlungen verantwortungsvoll gestalten."

Laut Rowe ist der Pharmasektor ein gutes Beispiel für einen Value-Sektor, der in nachhaltigen Fonds zu Unrecht unterrepräsentiert ist. "Es müssen nicht immer Tech-Firmen oder Lieferanten grüner Energien sein - höchst nachhaltige Unternehmen lassen sich auch in anderen Sektoren finden."

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

June 23, 2022 06:12 ET (10:12 GMT)

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