SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Die Tarifverhandlungen für die rund 890 000 Beschäftigten der deutschen Bauwirtschaft sind am Mittwoch ergebnislos abgebrochen worden. Erwartet wird nun ein Schlichtungsverfahren, wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe nach der fünften Verhandlungsrunde am Mittwoch in Schönefeld mitteilten. Zentraler Streitpunkt war demnach abermals die Forderung, Bauarbeiter für ihre teils weiten Fahrten zu Baustellen zu entschädigen.

Ein Sprecher der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bestätigte den Abbruch der Verhandlungen.

"Wir hätten heute gerne ein Ergebnis erreicht", hob Bauindustrie-Vizepräsidentin Jutta Beeke hervor. "Dadurch, dass die Gewerkschaft immer wieder die Wegstreckenentschädigung zum eigentlichen Schwerpunkt der Verhandlungen machen wollte, war kein Abschluss der Entgeltrunde möglich."

Die IG BAU fordert außerdem für die Beschäftigten 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Löhne im Osten sollen an das Westniveau angeglichen werden.

"Wir wären bereit gewesen, durch ein wesentlich verbessertes Angebot eine Einigung in den Lohn- und Gehaltstarifverhandlungen unter Einbeziehung der Ost-/West-Angleichung zu erreichen", teilte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Uwe Nostitz mit. Der Tarifvertrag im boomenden Bauhauptgewerbe war am 30. Juni ausgelaufen./bf/DP/ngu