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Börse Stuttgart-News: bonds weekly

07.06.2019 | 14:11

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

MARKTBERICHT

Zinssenkungen voraus?

Die US-Notenbank Fed sieht die US-Wirtschaft ihrem am Mittwoch veröffentlichten Beige Book

zufolge weiter auf Wachstumskurs. Das lediglich „moderate“ Wachstumstempo sei aber den

andauernden Handelskonflikten geschuldet. Viel höhere Wellen schlug währenddessen folgende

Aussage des Fed-Chefs Powell: „Wir beobachten genau die Folgen dieser Entwicklungen für die

Perspektiven der US-Wirtschaft. Und wie immer werden wir angemessen handeln, um das Wachstum zu

unterstützen.“ Prompt begann die Gerüchteküche zu brodeln, ob die Fed damit bevorstehende

Zinssenkungen andeutet.

Zeitgleich zu unserem Redaktionsschluss tagt auch die Europäische Zentralbank. Die Vorgaben

sind dabei nicht besonders rosig: Die Inflationsrate liegt statt der angepeilten 2 % lediglich

bei 1,2 % und auch in Sachen Konjunktur gibt es ob der vielen politischen Konfliktherde wenig

Positives zu vermelden. Anders als die US-Notenbank verfügt die EZB jedoch kaum über Spielraum

für Zinssenkungen, da der Leitzins der EZB bereits bei 0 % liegt. Zudem setzte die EZB gerade

erst ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen aus.

Als einzige Option bleibt der EZB daher nur das Instrument der sogenannten TLTROs. Mit diesem

Programm leiht die EZB Geschäftsbanken Geld. Aufgrund der Marktsituation sollen die Zinsen

dabei Schätzungen zufolge bei -0,2 % bis -0,4 % liegen. Insbesondere italienische und spanische

Banken würden von diesen extrem billigen Krediten profitieren. Nach dieser Übergangslösung

sollen sie langfristig wieder in der Lage sein, sich selbst am Markt zu refinanzieren.

Unterdessen ist die australische Notenbank bereits einen Schritt weiter. Sie senkte ihren

Leitzins im Zuge des ersten Zinsschnitts seit 2016 um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 % und damit

auf ein Rekordtief. Dieser Schritt war der Notenbank zufolge aufgrund eines schwachen

Arbeitsmarkts und einer schwachen Inflation nötig geworden. Zudem würden sich die weltweit

abschwächende Konjunktur sowie der andauernde Handelskonflikt negativ auswirken. Damit scheint

die Zinssenkung in Australien den Eindruck zu bestätigen, wonach die Notenbanken nach und nach

verstärkt auf eine lockerere Geldpolitik setzen.

Griechenland attraktiv wie lange nicht

Spitzenzahlen vom griechischen Finanzmarkt: Der dortige Leitaktienindex Athex Composite

erreichte vorige Woche mit 835 Punkten den höchsten Stand seit zwölf Monaten. Auch bei den

Einzelwerten gab die Handelswoche Grund zur Freude. Die Aktien der 42 wichtigsten griechischen

Firmen erreichten im Schnitt einen Kursgewinn von 13,4 % - die beste Wochenperformance seit

vier Jahren.

Diese gestiegene Nachfrage zeigte sich auch am Anleihenmarkt. Erstmals lag die Rendite der

zehnjährigen griechischen Staatsanleihe mit 2,8 % unter der Marke von 3,0 %. Dies markiert

nicht nur den niedrigsten Stand seit dem Beitritt Griechenlands zur Eurozone, sondern auch eine

weitere Neuerung: Die Rendite griechischer Anleihen liegt somit zum ersten Mal unter der ihrer

italienischen Pendants.

Auslöser dieser Entwicklung ist - wie in diesen Tagen so oft - die Politik. Bei der am 7. Juli

anstehenden Parlamentswahl deutet wohl alles auf einen Wahlsieg der konservativ-liberalen

Partei hin, die bereits bei der Europawahl kräftige Stimmgewinne für sich verbuchen konnte. Von

ihr versprechen sich die Marktteilnehmer eine weitaus wirtschaftsfreundlichere Politik als vom

derzeitigen linken Ministerpräsidenten Tsipras. So spricht sich der Spitzenkandidat der

Konservativen für eine Steuerreform zugunsten von Unternehmen und für eine Senkung der

Dividendensteuer aus.

Dies scheint griechische Anleihen und Aktien zusammen mit den Prognosen des Internationalen

Währungsfonds, der für Griechenland 2019 ein Wirtschaftswachstum von 2,5 % vorhersagt,

attraktiv zu machen - ungeachtet der Tatsache, dass Griechenland mit einer Schuldenquote von

181 % des Bruttoinlandsprodukts nach wie vor das meist verschuldete Land der Eurozone ist.

Bundesanleihen

Der Euro-Bund Future notierte in der bisherigen Handelswoche (Stand: Donnerstagmittag) in einer

Handelsspanne im Tiefpunkt bei 168,33 Prozentpunkten und im Hochpunkt bei 169,01

(Donnerstagmorgen) Prozentpunkten. Gestartet ist der Euro-Bund Future in die Handelswoche mit

168,52 Prozentpunkten. Im Laufe der bisherigen Handelswoche erzielte der Euro-Bund Future

täglich neue Hochpunkte.

Das bisherige Wochenhoch von 169,01 Prozentpunkten entspricht dabei einer negativen Rendite von

- 0,24 Prozent. Damit ist die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen auf ein neues Allzeittief

gefallen.

ANLEGERTRENDS

Schatzanweisung der Bundesrepublik Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland hat eine zweijährige Schatzanweisung (WKN: 110476) mit einem

Emissionsvolumen von 5 Mrd. Euro emittiert. Der Zinssatz der Schatzanweisung beträgt 0,00 %.

Bei einem gegenwärtigen Preis von 101,38 % entspricht dies einer negativen Rendite von -0,68 %.

Die Schatzanweisung ist am 11.06.2021 fällig. Der Mindestbetrag und die kleinste handelbare

Einheit beträgt 0,01 Euro. Die Bundesrepublik Deutschland hat das bestmögliche Rating von AAA.

European Investment Bank begibt Anleihe in Australischem Dollar

Die European Investment Bank (EIB) begibt eine neue Anleihe (WKN: A2R26K) in Australischem

Dollar. Die Anleihe umfasst ein Volumen von 400 Mio. AUD, Fälligkeitsdatum ist der 15.11.2024.

Der Kupon beträgt 1,70 %, Termin der nächsten Zinszahlung ist der 08.11.2019. Gehandelt werden

kann die Anleihe zu einem Mindestbetrag und in einer kleinsten handelbaren Einheit von 1.000

AUD. Geratet wird die European Investment Bank mit AAA.

Kreditkartenanbieter American Express Co. emittiert eine US-Dollar Anleihe

Der amerikanische Kreditkartenanbieter American Express Co. begibt eine neue dreijährige US-

Dollar Anleihe (WKN: A2R2KS). Das Emissionsvolumen beträgt 1,25 Mrd. US-Dollar. Der Kupon

beträgt 2,75 % und wird erstmals anteilig halbjährlich am 20.11.2019 ausbezahlt. Die

Fremdwährungsanleihe ist am 20.05.2022 fällig. Der Mindestbetrag der handelbaren Einheit

entspricht 2.000 USD in kleinsten handelbaren Einheiten von 1.000 USD. American Express wird

von S&P mit einem Rating von BBB+ eingestuft.

30-jährige Anleihe vom kanadischen Telekommunikationsunternehmen Telus Corp. in US-Dollar

Das kanadische Telekommunikationsunternehmen Telus Corp. begibt eine 30-jährige Anleihe in US-

Dollar (WKN: A2R20F). Das Emissionsvolumen beträgt 500 Mio. US-Dollar bei einem jährlichen

Kupon von 4,30 %. Die nächste Zinszahlung ist am 15.12.2019. Die Anleihe ist durch den

Emittenten vorzeitig kündbar. Der Mindestbetrag der handelbaren Einheit entspricht 2.000 USD in

kleinsten handelbaren Einheiten von 1.000 USD. Telus Corp. wird von S&P mit einem Rating von

BBB+ eingestuft.

Disclaimer:

Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und

Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung

für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem

Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe

Fahrlässigkeit.

Quelle: <a href="https://www.boerse-stuttgart.de">Boerse Stuttgart GmbH</a>

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)


© dpa-AFX 2019
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