Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung hat die Hoffnung, dass ein Handelskonflikt zwischen der EU und China über den Import von Elektroautos noch abgewendet werden kann.

"Bis zum 4. Juli ist noch etwas Zeit, und es wäre aus Sicht der Bundesregierung sehr wünschenswert, wenn wir zu einer einvernehmlichen Lösung kommen könnten bei dem Thema", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Freitag in Berlin. "Klar ist aber auch, dass von der chinesischen Seite ernsthafte Bewegung benötigt wird."

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums betonte, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck auf seiner China-Reise kommende Woche nicht über dieses Thema verhandeln werde. Dies sei Zuständigkeit der EU-Kommission, die eine Lösung "auf WTO-konforme Weise" finden müsse. "Da ist die Aufgabenteilung klar, und hier ist jetzt die Europäische Kommission am Zuge", sagte der Sprecher auf die Frage, ob die Bundesregierung das Thema mit der EU-Kommission und anderen EU-Mitgliedstaaten berate.

Trotz Warnungen der deutschen Autoindustrie hatte die Europäische Kommission angekündigt, dass sie ab Juli bestimmte Elektroauto-Einfuhren aus China mit Sonderzöllen belegen könnte. Diese könnten zusätzlich zum Standardsatz von zehn Prozent bis zu 38,1 Prozent betragen. Bis Anfang Juli soll nun verhandelt werden, ob die Maßnahmen noch abgewendet werden können. China hatte mit Gegenmaßnahmen gedroht.

(Bericht von Andreas Rinke, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)