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CORONA-BLOG/Söder gegen Corona-Verschärfungen bei MPK

21.01.2022 | 14:27

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie in kompakter Form:

Söder gegen Corona-Verschärfungen bei MPK 

CSU-Chef Markus Söder ist trotz der stark gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen in Deutschland gegen Verschärfungen der politischen Maßnahmen. Mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Montag sagte der bayerische Regierungschef nach einer CSU-Vorstandssitzung vor Journalisten, es sei derzeit weder angebracht noch sinnvoll, Maßnahmen zu verschärfen. Es sei aber auch nicht sinnvoll, wie in Großbritannien angekündigt die Maßnahmen zu beenden. Söder sagte, die entscheidende Frage sei, ob das Gesundheitssystem überlastet sei. Dies sei im Moment nicht der Fall. Bei Omikron seien die Verläufe der Infektionen milder, außerdem gebe es Fortschritte bei den Boosterimpfungen und neue Impfstoffe. "Wir wollen Vorsicht walten lassen, aber mit Augenmaß", sagte Söder.

Subtyp von Omikron zieht Aufmerksamkeit auf sich 

Eine Subvariante der Coronavirus-Variante Omikron hat die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich gelenkt. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran vor Journalisten sagte, sind die Merkmale des als BA.2 bekannten Subtyps des Coronavirus noch nicht hinreichend erforscht. Derzeit ändere BA.2 die Infektionslage nicht, fügte er hinzu. Die Variante wurde bereits in mehreren Ländern insbesondere in Europa festgestellt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet bislang nicht zwischen Omikron und der Subvariante BA.2. Jüngste Daten aus Dänemark lassen jedoch aufhorchen: In dem Land, in dem die Zahl der täglichen Infektionen seit einigen Tagen wieder ansteigt, soll BA.2 bereits die vorherrschenden Variante sein. Die französische Gesundheitsbehörde erklärte, entscheidend sei, ob BA.2 unterschiedliche Merkmale in Bezug auf die Ansteckungsfähigkeit, die Immunreaktion oder die Schwere der Krankheitsverläufe aufweise.

Ministerium lässt Maßnahmen der MPK offen 

Das Bundesgesundheitsministerium hat offengelassen, ob Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Länderchefs bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Montag angesichts der sich schnell aufbauenden Omikron-Welle eine Verschärfung von Maßnahmen planen. "Lagebeurteilung und Schlussfolgerungen sind Thema auf der MPK am Montag, dem kann ich nicht vorgreifen", sagte Ministeriumssprecher Hanno Kautz. "Wir müssen mit diesen steigenden Infektionszahlen rechnen und müssen uns organisatorisch darauf einstellen", betonte er. Deshalb habe man bereits Maßnahmen ergriffen. Kautz stellte eine Änderung des Testregimes und eine Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf wichtige Bereiche heraus. Die MPK findet am Montag um 14 Uhr per Videoschalte statt. Der Termin war bei der vergangenen Tagung Anfang Januar festgelegt worden.

Luca-App kommt in Gesundheitsämtern nur selten zum Einsatz 

Die deutschen Gesundheitsämter greifen nach einer Umfrage des Nachrichtenmagazins Der Spiegel nur selten auf Luca-Daten zur Pandemiebekämpfung zurück. Laut der Umfrage unter allen rund 380 Gesundheitsämtern des Landes haben 54 der Ämter, die theoretisch mit der App arbeiten könnten, noch kein einziges Mal Daten von Gaststätten oder ähnlichen Orten angefordert. Fast zwei Drittel aller Ämter, die auf eine entsprechende Frage antworteten, hätten noch nie eine Infektionskette mit Hilfe von Luca-Daten nachverfolgen können. Die 121 Gesundheitsämter, die hinreichend detaillierte Angaben machten, hätten in rund 1.000 Fällen Daten von Orten mit Luca-Check-In angefordert. Knapp 280-mal halfen die Daten demnach, Infektionsketten nachzuverfolgen.

Eon bereitet wegen Omikron Unterbringung von Beschäftigten direkt am Standort vor 

Um sich gegen Personalausfälle durch die Coronavirusvariante Omikron zu wappnen, bereitet der Energiekonzern Eon die Kasernierung von Mitarbeitern an wichtigen Standorten vor: "Im Rahmen der Vorbereitung auf alle denkbaren Krisenszenarien ziehen wir verschiedene Maßnahmen in Betracht, unter anderem haben wir auch die Möglichkeit einer vorübergehenden Unterbringung von Mitarbeitenden direkt am Standort berücksichtigt (Kasernierung)", teilte ein Eon-Sprecher der Rheinischen Post mit.

Ifo: Existenzbedrohung ostdeutscher Unternehmen steigt nur wenig 

In Ostdeutschland sehen sich 14 Prozent der Unternehmen durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht. Das geht aus einer Ifo-Umfrage für den Dezember hervor. Die Zahl ist kaum höher als im Sommer, als es 13,8 Prozent waren. "Überraschenderweise haben die neuen Kontaktbeschränkungen die Existenzbedrohung der Unternehmen nicht noch einmal erhöht, wie es eigentlich zu erwarten gewesen wäre", sagte Joachim Ragnitz von der Dresdner Niederlassung des Ifo Instituts. In der ostdeutschen Industrie erklärten sich im Dezember 10,0 Prozent der Firmen durch die Corona-Krise und ihre Folgen für existentiell gefährdet, deutlich mehr als in Deutschland insgesamt (5,7 Prozent). Im Juni 2021 waren es noch 8,9 Prozent der ostdeutschen Unternehmen. Bei den ostdeutschen Dienstleistern fühlten sich im Dezember 16,9 Prozent gefährdet, nach 18 Prozent im Juni. Im ostdeutschen Handel stieg der Anteil existenzbedrohter Unternehmen im Dezember auf 10,4 Prozent leicht an. Damit ist die Existenzgefährdung in Ostdeutschland weniger stark ausgeprägt als in Deutschland insgesamt (11,6 Prozent).

CSU-Generalsekretär fordert "Omikron-Check" für Corona-Maßnahmen 

Vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Montag hat die CSU eine Überprüfung der Corona-Regeln angesichts der neuen Omikron-Welle gefordert. "Wahr ist, mit Omikron ändern sich die Grundlagen", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der Welt. "Wir brauchen einen Omikron-Check für das Corona-Management in Deutschland", wobei die MPK ein "wichtiger Meilenstein" sein könne. Bayern wolle nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts zur Aussetzung von 2G im Einzelhandel Ungeimpften auch weiterhin den Zugang zu Geschäften erlauben. "Wir werden das so lassen", sagte Blume. "Das gehört in die Kategorie: weniger tägliche Beschränkungen im Kleinen, dafür eine klare Linie bei der Impfpflicht für alle."

Flieger dreht auf Weg von USA nach England wegen Maskenverweigerer um 

Ein Flugzeug der US-Fluggesellschaft American Airlines ist am Donnerstag auf dem Weg von Miami nach London mitten im Flug umgekehrt, weil sich ein Passagier geweigert hat, eine Maske zu tragen. Das Unternehmen teilte mit, dass der Flieger nach Miami zurückkehrte, weil "ein störender Kunde sich weigerte, die vorgeschriebene Maske zu tragen". Die Polizei wartete demnach schon am Flughafen auf den Maskenverweigerer. Sie begleitete den Passagier ohne Zwischenfälle von Bord, sagte ein Polizeibeamter dem US-Sender CNN. Die Maschine des Typs Boeing 777 hatte insgesamt 129 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder an Bord.

Argentinien evakuiert ungeimpfte Corona-positive Mitarbeiter von Antarktis-Basis 

Wegen eines Corona-Ausbruchs auf einer argentinischen Forschungsbasis in der Antarktis sind neun positiv getestete, ungeimpfte Mitarbeiter evakuiert worden. Insgesamt sind 24 der 43 Wissenschaftler und Militärangehörigen auf der Basis La Esperanza infiziert, sagte Patricia Ortuzar von der Nationalen Antarktisbehörde der argentinischen Regierung der Nachrichtenagentur AFP. Die asymptomatischen Ungeimpften wurden demnach vorsorglich per Hubschrauber nach Buenos Aires gebracht. Die Mitarbeiter waren bereits vor Beginn der argentinischen Impfkampagne im Jahr 2021 in der Antarktis und sollten in die Hauptstadt reisen, um sich impfen zu lassen. Sie beschlossen jedoch, damit zu warten, weil sie befürchteten, in der extremen Umgebung der Antarktis mit möglichen Nebenwirkungen konfrontiert zu werden.

Krankenhausgesellschaft: Omikron-Welle belastet bereits Normalstationen 

Die Belastung auf den Normalstationen hat nach Angaben der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in Regionen mit hohen Omikron-Infektionszahlen massiv zugenommen. "Mit Blick auf die Zahlen scheint zwar die Belastung auf der Intensivstation abzunehmen, die Belastung auf der Normalstation bleibt allerdings hoch oder steigert sich sogar deutlich", sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Dies machten die ersten Zahlen aus den besonders von Omikron betroffenen Bundesländern deutlich. Das RKI hatte zuletzt allerdings eine Stagnation bei der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz festgestellt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Er lag die vergangenen Wochen bei etwas über drei.


Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

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January 21, 2022 08:26 ET (13:26 GMT)

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