Auf makroökonomischer Ebene traf der deutsche Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai genau die Erwartungen der Analysten mit einem Anstieg um 0,1%. Aus China erreichten uns Daten, die einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,3% auf Jahresbasis zeigen. Dem gegenüber steht der Produzentenpreisindex, der seinen Abwärtstrend mit einem Rückgang um 1,4% im gleichen Zeitraum fortsetzt.

Die Blicke der Marktteilnehmer richten sich nun gespannt auf die USA, wo für den Nachmittag neue Daten zu den Verbraucherpreisen erwartet werden - kurz vor der Sitzung der Federal Reserve (Fed). Die Marktakteure werden es sich nicht entgehen lassen, die Prognosen der Fed zu Wachstum, Zinsen und Inflation genau unter die Lupe nehmen, auch wenn eine Zinssenkung momentan als unwahrscheinlich gilt.

Der deutsche Automobilsektor steht heute besonders im Fokus, nachdem die Europäische Kommission angekündigt hat, zusätzliche Steuern auf chinesische Elektroautos zu erheben. Die Anleger befürchten, dass diese Entscheidung Vergeltungsmaßnahmen Chinas gegen europäische Hersteller nach sich ziehen könnte. Deutsche Automarken, die zu den Hauptexporteuren nach China zählen, dürften besonders betroffen sein. Die Aktien von Porsche fielen um 2,3%, die von Volkswagen und BMW um 1,5%, während Mercedes einen Rückgang von 1% verzeichnete.

Weitere Wertentwicklungen des Tages:

  • Bilfinger konnte um 1% zulegen, nachdem das Unternehmen seine Jahresziele infolge der Übernahme bestimmter Aktivitäten von Stork angepasst hat. Für 2024 strebt Bilfinger nun einen Umsatz zwischen 4,8 und 5,2 Milliarden Euro an, mit einer erwarteten EBITA-Marge von 4,8 bis 5,2%. Die Ziele für den mittelfristigen Zeitraum von 2025 bis 2027 wurden ebenso bekräftigt.

  • Stabilus musste hingegen einen Rückgang von 14,2% hinnehmen, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose nach unten korrigierte. Der Industriezulieferer rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 1,3 und 1,35 Milliarden Euro und einer angepassten EBIT-Marge von 11,7% bis 12,3%. Als Gründe wurden ein schwieriges Marktumfeld und geringere Bestellvolumina im Automobilbereich genannt. Dies stellt einen weiteren Dämpfer für das Unternehmen dar, das seine Prognosen bereits für das erste Halbjahr 2024 nach unten angepasst hatte.

Analysteneinschätzungen:

  • Aixtron SE: Jefferies bekräftigt seine Kaufempfehlung, passt jedoch das Kursziel von 50 auf 40 EUR nach unten an.
  • Heidelberg Materials AG: Bankhaus Metzler hebt seine Bewertung von Halten auf Kaufen an und setzt das Kursziel von 70 auf 129 EUR herauf.
  • Rational AG: Bernstein hält an seiner positiven Bewertung fest, mit einer Empfehlung zur Overperformance und einem angehobenen Kursziel von 895 auf 965 EUR.
  • HelloFresh SE: UBS hat seine Empfehlung auf Verkaufen gesenkt und ein Kursziel von 5,90 EUR festgelegt.