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Daimler drückt bei Elektroautos aufs Tempo

22.07.2021 | 17:35
ARCHIV: Das erste vollelektrische Mercedes-Auto EQC bei einer Präsentation in Stockholm, Schweden, 4. September 2018. REUTERS/Esha Vaish

- von Ilona Wissenbach

Frankfurt (Reuters) - Der weltweite Kampf gegen den Klimawandel treibt auch den Premiumautobauer Daimler zum Abschied vom Verbrennungsmotor.

Bis Ende des Jahrzehnts strebe die Pkw-Tochter Mercedes-Benz Cars & Vans an, nur noch vollelektrische Autos auf den Markt zu bringen, kündigte Daimler-Chef Ola Källenius am Donnerstag an. Entscheidend dafür sei die Marktentwicklung. Der Schlachtruf sei nicht länger "electric first", sondern "electric only". Der Autobauer nannte anders als Volkswagen kein genaues Jahr für das Ende der Technik, die auf seine Gründerväter Daimler und Benz im 19. Jahrhundert zurückgeht. Denn es ist noch unsicher, ob der Aufbau der Ladeinfrastruktur und die Versorgung mit sauberem Strom mit dem von der Politik getriebenen radikalen Umbruch zu E-Autos Schritt halten wird.

Ein Enddatum wird in der Europäischen Union außerdem per Gesetz kommen. Die EU-Kommission schlug Parlament und Mitgliedsländern 2035 vor. Diese Ambition finde Daimlers Beifall, sagte Källenius. "Die ganze Welt ist aufgewacht und geht voran zum CO2-freien Leben." Ein Absatzziel für reine Elektroautos nannte Mercedes-Benz Cars & Vans nicht, verdoppelte aber den in Aussicht gestellten Anteil elektrifizierter Fahrzeuge - also E-Autos und Plug-in-Hybrid-Modelle - am Neuwagenabsatz für 2025 auf bis zu 50 Prozent. Die Zielmarke wird fünf Jahre früher als bisher angepeilt. Der Großteil davon werde batterieelektrisch sein, wenn die Nachfrage so schnell wachse wie angenommen, erklärte Källenius. Im ersten Halbjahr waren gut zehn Prozent der neuen Mercedes-Wagen mit alternativem Antrieb ausgestattet, reine E-Autos hatten nur einen Anteil von 3,4 Prozent.

EIGENE BATTERIEZELLFERTIGUNG

Ab 2022 soll es in jedem Segment der Marke mit dem Stern ein reines E-Auto geben. Ab 2025 werden neue Fahrzeugarchitekturen nur noch elektrisch sein, drei weitere sind dann geplant. "Bis vor Kurzem erwarteten wir eine moderate Entwicklung des Elektroauto-Marktes, jetzt glauben wir, die Kunden stellen sich schneller um", erklärte Vertriebschefin Britta Seeger. Doch keiner könne vorhersehen, wann der letzte Verbrennungsmotor gebaut werde, das hänge vom Kunden ab. Volkswagen und Audi nannten dafür den Zeitraum 2032 bis 2035. BMW legt sich bisher nicht fest.

Das stärkste Bekenntnis zu Elektroautos ist aber der Plan von Daimler, zusammen mit noch nicht genannten Partnerunternehmen acht Gigafabriken für Batteriezellen weltweit aufzubauen, um sich die benötigten 200 Gigawattstunden Kapazität zu sichern. Vier davon sollen in Europa sein, drei in Asien/China und eine in den USA. Daimler hatte das nach dem Scheitern einer eigenen Zellfabrik mit Evonik Mitte des vergangenen Jahrzehnts lange Zeit ausgeschlossen. Auch Volkswagen will sechs Fabriken für Batteriezellen in Europa hochziehen.

GEWINN SOLL SPRUDELN WIE ZULETZT

Die deutschen Autobauer zögerten lange mit dem Umschwung - trotz der immer schärferen CO2-Abbauziele für die Branche in Europa. Denn das Geld wird mit Verbrennerautos verdient und Elektroautos werfen kaum etwas ab, weil die Batteriekosten hoch sind. Doch dieses Rechenproblem löst sich in absehbarer Zeit. Sinkende Batteriekosten und niedrige Stückkosten dank hoher Zahlen bringen die Lösung, wie Finanzchef Harald Wilhelm erklärte. Er hat mit Källenius vor zwei Jahren einen Sparkurs beschlossen, der sich mittlerweile auszahlt und auch bei der zurzeit rekordhohen Rendite von mehr als zwölf Prozent nicht abgebrochen werden soll. "Wir haben einen Laser-Fokus auf profitables Wachstum", betonte Wilhelm. Mehr als früher werde auf die Modelle gesetzt, die am meisten abwerfen. Stückzahlen sind schon länger nicht mehr das oberste Ziel der Schwaben unter der Führung von Källenius. "Wir jagen nicht die Volumen-Krone", bekräftigte er.

Die Elektrostrategie bedeute die größte Umschichtung von Investitionen im Unternehmen seit Jahrzehnten, erklärte Wilhelm. Von 2022 bis 2030 will Daimler mehr als 40 Milliarden Euro Investitionen in Batteriefahrzeuge stecken. Die Investitionen in Verbrennerautos und Plug-in-Hybride sollen bis 2026 um 80 Prozent im Vergleich zu 2019 sinken. Nach Worten von Källenius sind sie dann sogar "nahe Null". Offen blieb, ob die schnellere Umstellung auch den Stellenabbau bei Daimler verstärken wird. "Die Transformation der Antriebswerke wird beschleunigt", sagte Entwicklungschef Markus Schäfer. "Die Transformation der Beschäftigten wird harte Entscheidungen beinhalten", sagte Mercedes-Personalchefin Sabine Kohleisen.

Die Renditeziele von Herbst 2020 bestätigte das Management trotz des schnelleren Umschwungs zu anfangs noch unprofitableren Elektroautos. Demnach soll in normalen Zeiten eine operative Marge in niedriger bis mittlerer einstelliger Prozenthöhe, in guten Zeiten eine zweistellige Rendite erreicht werden. Wilhelm zufolge ist das Ziel, unter allen Umständen eine "double-digit-Company" zu bleiben.


© Reuters 2021
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