Einloggen
E-Mail
Passwort
Passwort anzeigen
Merken
Passwort vergessen?
Werden Sie kostenlos Mitglied
Registrieren
Registrieren
Mitglied werden
Kostenlos registrieren
Abonnent werden
Unser Angebot
Einstellungen
Einstellungen
Dynamische Kurse 
OFFON
News: Aktuelle News
Aktuelle NewsUnternehmenMärkteWirtschaft & ForexRohstoffeZinssätzeBusiness LeadersInstitutionelle AnlegerTermineSektoren 
Alle NewsWirtschaftDevisen & ForexKryptowährungenCybersicherheitPressemitteilungen

Forschung: Private Vorbilder und Normen wichtig gegen Impfmüdigkeit

31.07.2021 | 10:05

MANNHEIM (dpa-AFX) - Im Ringen um steigende Impfzahlen und sinkende Neuinfektionen könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern aus Landau und Mannheim bereits der Blick in die Nachbarschaft, ins Fußballteam oder den Freundeskreis ein Ansporn sein. Denn nach einer neuen Studie entscheidet in der Pandemie weniger die eigene Persönlichkeit oder die gefühlte Angst als vielmehr das Verhalten anderer, ob eine Maske getragen oder ein Impftermin wahrgenommen wird.

Forscher der Universitäten Koblenz-Landau und Mannheim haben nach eigenen Angaben herausgefunden, dass soziale Normen den stärksten Einfluss darauf haben, ob sich Menschen an Regeln halten oder nicht. "Ausschlaggebend ist, wie ich das Verhalten nahestehender Personen wahrnehme, weniger die eigene Persönlichkeit oder die subjektive Bedrohung", bilanzieren Selma Rudert (Koblenz-Landau) und ihr Kollege Stefan Janke (Mannheim) in einer Studie. Die Untersuchung wurde in der psychologischen Fachzeitschrift "Group Processes and Intergroup Relations" des US-Wissenschaftsverlags Sage Publications veröffentlicht.

"Soziale Normen sind relativ mächtig", sagte Janke zudem der dpa. "Ich ziehe sie aus meinem direkten Umfeld, ich schaue sie mir im Verein ab, bei Freunden und Verwandten. Das sind die Champions meiner lokalen Community, die als Vorbilder taugen."

Untersucht wurden Verhaltensweisen kurz nach dem ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres. Geprüft worden sei unter anderem, ob sich Menschen an die Abstandsregeln und das Vermeiden von direktem physischen Kontakt hielten und andere Menschen während der Krise unterstützen, berichteten die Forscherin und der Forscher. Dazu gehörten beispielsweise Nachbarschaftshilfen oder das Nähen von Masken, andererseits sogenannte Hamsterkäufe oder das Missachten geltender Regeln.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass insbesondere soziale Normen vorhersagen, ob Menschen sich an die geltenden Vorschriften und Empfehlungen halten", fasst Sozialpsychologin Rudert die Ergebnisse der Studie zusammen. Soziale Normen entstehen dabei vor allem durch Verhaltensweisen, die Menschen bei Nahestehenden wahrnehmen, etwa in der Familie oder im Freundeskreis, wie sie erklärt. "Geht eine Person davon aus, dass ihre Familienmitglieder oder Freunde sich an die Abstandsregeln halten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Person sich künftig ebenso verhält."

Insbesondere in Zeiten von Unsicherheit und Krise fühlten sich Menschen durch soziale Normen sicherer und erfüllten ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit. "Die meisten Menschen sind bestrebt, sich korrekt und angebracht zu verhalten. Das Verhalten anderer ist typischerweise informativ dafür, was als "korrekt" gilt", sagt Janke.

Die Daten geben nach Angaben des Mannheimer Wissenschaftlers zwar keinen direkten Aufschluss über die aktuelle Corona-Kampagne und die Impfmüdigkeit, weil sie während des ersten Lockdowns erhoben wurden. "Wir glauben dennoch, dass die Ergebnisse übertragbar sind", sagte er.

Die Debatte über Impfen oder Lockerungen zum Beispiel? Sollte weniger an die Vernunft appellieren oder auch nicht die Bedrohung durch das Virus hervorheben, empfehlen Janke und Rudert. Vielmehr sollten nach dem Motto "Tue Gutes und rede darüber" Vorbilder herausgestellt werden. Impfpflaster-Selfies auf Instagram seien ein sehr gutes Beispiel. Prominente dagegen könnten zwar helfen, die Akzeptanz zu steigern. "Aber sie haben den Nachteil, dass sie in einer völlig anderen Welt leben und man sich selten ausreichend mit ihnen identifizieren kann", sagte Janke.

Auch in Baden-Württemberg lässt das Interesse an einer Impfung vielerorts nach. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) sinkt die Anzahl der täglich verabreichten Impfdosen. Besonders die Impfzentren verzeichnen laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung einen Rückgang. Auch die Arztpraxen sind demnach weit vom Rekord entfernt. Gleichzeitig steigt die Inzidenz wieder.

Bislang haben fast 60 Prozent der Bevölkerung im Südwesten laut RKI mindestens eine erste Impfung bekommen. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten rund 51 Prozent./mov/DP/zb


© dpa-AFX 2021
Aktuelle Nachrichten "Wirtschaft & Forex"
18:23Freddie Mercury NFTs werden für AIDS-Wohltätigkeit verkauft
MR
18:16EU will ihren Einfluss im Indopazifik ausbauen
DJ
18:06Hunderte Millionen Menschen leiden durch Klimakrise und Corona
DP
18:06WAHL/ARD-DEUTSCHLANDTREND : SPD-Vorsprung leicht geschrumpft
DP
18:00WAHLUMFRAGE/SPD weiter vor Union, aber Scholz mit Verlust
DJ
17:52Mehr als jeder Dritte hat privat oder im Job Impf-Streit erlebt
DP
17:46WAHL/GERICHTSENTSCHEID : Sonntagsfrage auch nach Briefwahl erlaubt
DP
17:36TAGESVORSCHAU : Termine am 17. September 2021
DP
17:36WOCHENVORSCHAU : Termine bis 30. September 2021
DP
17:35WAHL : Proteste von Klima-Aktivisten begleiten Laschet-Auftritt in Bremen
DP
Aktuelle Nachrichten "Wirtschaft & Forex"