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MÄRKTE USA/Rekorde an Wall Street - IBM bremsen Dow

04.11.2021 | 17:04

NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street knüpft an ihre Rekordjagd des Vortages am Donnerstagmittag (US-Ostküstenzeit) nahtlos an. S&P-500 und die Nasdaq-Indizes bewegen sich auf Allzeithochs, der Dow hinkt derweil von IBM gebremst hinterher. Der Dow-Jones-Indes verliert 0,3 Prozent auf 15.884 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen indes um 0,2 bzw. 0,5 Prozent zu.

Neben der überzeugenden Bilanzsaison treiben weiter die geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank des Vortages. Die Fed wird ihre monatlichen Anleihekäufe allmählich verringern und das Kaufprogramm im Juni kommenden Jahres auslaufen lassen, was den Erwartungen entsprach. Zinserhöhungen sind jedoch noch nicht in Sicht. Diese werden frühestens nach Ende des Wertpapierkaufprogramms Thema werden. Die Zeit des billigen Geldes, das an den Aktienmärkten angelegt werden kann, läuft somit in sehr gemächlichem Tempo ab.

"Diese Liquidität, die in den Markt gepumpt wird, ist die stärkste Kraft der Welt. Und ja, gestern haben wir die Ankündigung bekommen, dass diese schwächer werden wird, aber selbst dann hat man immer noch diese Kraft, die den Markt anschiebt", sagt Portfolioverwalter Hani Redha von PineBridge Investments. Unterstützung kommt auch von den wöchentlichen Arbeitsmarktdaten, die bestätigen, dass sich die Beschäftigungslage verbessert - ein gutes Omen für den monatlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung sinkt stärker als erwartet und fällt auf den tiefsten Stand seit März 2022. Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft sank im dritten Quartal jedoch überraschend stark.

   IBM mit Ausgliederung unter Druck 

Mit Abschlägen von knapp 5 Prozent bilden IBM das Schlusslicht im Dow. Der IT-Konzern hat die Ausgliederung des 19 Milliarden Dollar schweren Geschäftsbereichs für Informationstechnologie-Dienstleistungen abgeschlossen. Das neue Unternehmen, Kyndryl Holdings, wird am Donnerstag erstmals an der Nyse gehandelt werden - einen Kurs gibt es bislang noch nicht.

Zahlenausweise von - unter anderem - Qualcomm (+11,2%) und Booking Holdings (+2,6%) liefern weitere Belege dafür, dass Zweifel an der Erholung der US-Unternehmen von dem pandemiebedingten Einbruch unbegründet waren. Auch Zahlen und Ausblick des Computerspiele-Herstellers Electronic Arts (+3,3%) überzeugen.

Doch es gibt auch Ausnahmen: Moderna brechen um 17,9 Prozent ein. Der Impfstoffhersteller senkt seine Umsatzprognose für dieses Jahr, weil einige Impfstofflieferungen in das kommende Jahr verschoben wurden. Umsatz und Gewinn im dritten Quartal stiegen nicht so stark wie von Analysten erhofft.

Roku ermäßigen sich um 6,5 Prozent. Der Hersteller von Streaming-Ausrüstung hat einen enttäuschenden Ausblick geliefert. Ein schwacher Ausblick belastet auch den Kurs des Chipherstellers Qorvo (-13%). Ford steigen um 1,1 Prozent. Der Automobilkonzern kauft Hochzinsanleihen im Volumen von bis zu 5 Milliarden Dollar vorzeitig zurück.

   Ölpreis dreht ins Minus 

Die Erdölpreise drehen ins Minus, obwohl die Gruppe Opec+ keine Erhöhung ihrer Fördermengen beschlossen hat. Händler sprechen von einer "sell-the-news"-Reaktion des Marktes, denn die Entscheidung kommt nicht unerwartet. Der Markt preise nun wieder ein, dass mit der Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran schon bald iranisches Öl auf den Markt gelangen könnte, heißt es. Zudem bezweifeln einige Analysten die Förderdisziplin der Opec-Staaten.

Nach der ersten schwächeren Reaktion am Vorabend auf die Aussagen der US-Notenbank zum weiteren geldpolitischen Kurs legt der Dollar nun deutlich zu, der Dollarindex zieht um 0,6 Prozent an. Nach den jüngst starken US-Konjunktursignalen dürften die Zeichen für den Dollar auf Aufwertung stehen, urteilt die ING. Die Devisenexperten verweisen auch darauf, dass sich die in der Pandemie angestaute Nachfrage in den kommenden Monate entfalten dürfte. Der Beginn der Normalisierung der US-Geldpolitik dürfte zu einer engeren Dollarliquidität und zu höheren Zinsen führen und damit einen festeren Dollar zur Folge haben, so das Fazit. Das Pfund sackt ab, nachdem die Bank of England entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer die Leitzinsen doch nicht angehoben hat.

Am Rentenmarkt fallen die Renditen recht deutlich. Der Umstand, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik stärker am Arbeitsmarkt als an der Inflation ausrichte, sei mit verantwortlich dafür, dass sich die Zinsstrukturkurve am Donnerstag abflache, heißt es von Analysten. Die erste Zinserhöhung dürfte noch eine ganze Weile auf sich warten lassen

Der Goldpreis profitiert davon, dass sich die Fed weniger falkenhaft geäußert hat als erwartet und unmittelbar keine Zinserhöhungen anstehen dürften. Mit der Entscheidung der Bank of England, die Zinsen vorerst - anders als vom Markt erwartet - ebenfalls nicht anzuheben, erhält das Edelmetall einen weiteren Schub.

=== 
INDEX                 zuletzt      +/- %     absolut  +/- % YTD 
DJIA                36.054,89      -0,3%     -102,69     +17,8% 
S&P-500              4.668,36      +0,2%        7,79     +24,3% 
Nasdaq-Comp.        15.884,22      +0,5%       72,63     +23,3% 
Nasdaq-100          16.276,51      +0,8%      132,00     +26,3% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit     Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre         0,40      -6,7        0,47       28,6 
5 Jahre         1,10      -8,4        1,19       74,2 
7 Jahre         1,37      -8,6        1,46       72,5 
10 Jahre        1,52      -8,3        1,60       60,5 
30 Jahre        1,97      -5,5        2,02       31,7 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %     Do,8:58   Mi,17:30    % YTD 
EUR/USD                1,1538      -0,6%      1,1571     1,1585    -5,5% 
EUR/JPY                131,16      -0,9%      132,17     132,10    +4,0% 
EUR/CHF                1,0541      -0,4%      1,0574     1,0576    -2,5% 
EUR/GBP                0,8560      +0,9%      0,8472     0,8476    -4,2% 
USD/JPY                113,66      -0,3%      114,21     114,05   +10,0% 
GBP/USD                1,3479      -1,5%      1,3659     1,3665    -1,4% 
USD/CNH (Offshore)     6,3998      +0,1%      6,3949     6,4035    -1,6% 
Bitcoin 
BTC/USD             61.046,26      -2,8%   62.019,26  62.380,51  +110,1% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.       +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex               80,49      80,86       -0,5%      -0,37   +68,8% 
Brent/ICE               81,99      81,99          0%       0,00   +62,0% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag       +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)          1.792,46   1.773,75       +1,1%     +18,71    -5,6% 
Silber (Spot)           23,83      23,59       +1,0%      +0,24    -9,7% 
Platin (Spot)        1.030,41   1.036,00       -0,5%      -5,59    -3,7% 
Kupfer-Future            4,29       4,32       -0,8%      -0,03   +21,6% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

November 04, 2021 12:03 ET (16:03 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
BOOKING HOLDINGS INC. 0.16%2349.62 verzögerte Kurse.-2.07%
ELECTRONIC ARTS INC. -2.74%135.2 verzögerte Kurse.2.50%
FORD MOTOR COMPANY -1.26%20.39 verzögerte Kurse.-1.83%
INTERNATIONAL BUSINESS MACHINES CORPORATION -0.41%128.82 verzögerte Kurse.-3.62%
KYNDRYL HOLDINGS, INC. 0.42%16.57 verzögerte Kurse.-8.45%
MODERNA, INC. -1.73%157.3 verzögerte Kurse.-38.07%
QORVO, INC. 2.49%137.65 verzögerte Kurse.-14.12%
QUALCOMM, INC. 3.12%170.07 verzögerte Kurse.-7.00%
ROKU, INC. 3.41%157.32 verzögerte Kurse.-31.06%
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