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MÄRKTE USA/Uneinheitlich nach erneuten Rekordhochs

29.04.2021 | 18:24

NEW YORK (Dow Jones)--Nach anfänglichen Gewinnen zeigt sich die Wall Street am Donnerstag im Verlauf mit einer uneinheitlichen Tendenz. Zum Start hatten der S&P-500 und die wichtigsten Nasdaq-Indizes noch neue Allzeithochs erklommen. Doch mittlerweile bröckeln die Gewinne ab. Der Dow-Jones-Index gewinnt am Mittag (Ortszeit) einen Punkt auf 33.821 Punkte. Der S&P-500 steigt um 0,1 Prozent. Dagegen verliert der Nasdaq-Composite 0,5 Prozent. Hier belasten die wieder leicht anziehenden Kapitalmarktzinsen die im Index stark vertretenden Technologiewerte.

Stützend wirkt die Entscheidung der US-Notenbank vom Vorabend. Dabei zeigt der Aktienmarkt in den USA ein bekanntes Muster, wonach US-Notenbankentscheidungen oft erst am nächsten Tag Wirkung entfalten. Die Fed hatte ihre extrem lockere Geldpolitik erneut bestätigt und zugleich den Willen bekräftigt, diese bis auf Weiteres beizubehalten. Damit fuhr sie Zweiflern in die Parade, die angesichts der Inflationsentwicklung mit Signalen einer baldigen Straffung gerechnet hatten.

Zudem hat US-Präsident Joe Biden zwar Steuererhöhungen noch einmal bekräftigte, in seiner Rede zur Lage der Nation aber vor allem die Schaffung von Arbeitsplätzen und billionenschwere Wirtschaftsstimuli betonte. Bei den Einzelwerten stehen die starken Quartalszahlen von Apple im Fokus. Der Technologiegigant hat auf ganzer Linie überzeugt. Allerdings dreht die Aktie nach Anfangsgewinnen leicht ins Minus.

"In diesem Umfeld ist es sehr schwer, bärisch zu sein", sagt Investmentstratege Gregory Perdon von Arbuthnot Latham. "Man lässt die Wirtschaft heiß laufen", ergänzt er überrascht. Denn geldpolitische Straffungen seien kurzfristig offenbar kein Thema. Dass die US-Wirtschaft aktuell noch nicht heiß läuft, zeigen wöchentliche Arbeitsmarkt- und BIP-Daten für das erste Quartal. Beide Datenreihen fallen sehr positiv aus, gleichwohl hatte der Markt jeweils etwas mehr erhofft.

   Neben Apple ziehen auch Facebook mächtig an 

Parallel zu Apple (-0,4%) liefern weitere Unternehmen Einblicke in die Geschäftsentwicklung - so der Chiphersteller Qualcomm (+3,3%) mit guten Quartalszahlen und einem starken Ausblick. Facebook (+5,3%) hat im ersten Quartal erneut den Umsatz und den Gewinn deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Die Ebay-Aktie (-11%) wird für einen enttäuschenden Ausblick abgestraft, auch wenn der Online-Marktplatz im ersten Quartal etwas besser abschnitt als geschätzt.

Ebenfalls nach Quartalszahlen gibt die Ford-Aktie um 9,3 Prozent nach. Zwar fiel der Nettogewinn so hoch aus wie seit Jahren nicht, allerdings warnte Ford vor negativen Folgen der Chipknappheit für das eigene Geschäft. "Der Markt hat möglicherweise das Ausmaß der Halbleiter-Auswirkungen unterschätzt", heißt es von RBC.

Eine höhere Nachfrage hat dem Baumaschinenhersteller Caterpillar (-2,8%) im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinnanstieg beschert - bei übertroffenen Marktprognosen. Allerdings warnt auch Caterpillar vor Engpässen in der Lieferkette. Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz (+2,6%) weiß zu gefallen mit seinen Quartalszahlen. Das gilt auch für die Fastfood-Kette McDonald's (+0,6%), die im Auftaktquartal die Markterwartungen übertroffen hat.

   Fed drückt Dollar 

Mit der taubenhaft gestimmten US-Notenbank gerät der US-Dollar zunächst unter Druck, kann sich aber im Verlauf erholen. Der Dollar-Index legt um 0,1 Prozent zu. Dollar-Bullen habe die Fed den Wind aus den Segeln genommen, heißt es. Der Euro verliert im Anschluss an die guten US-Daten den Löwenanteil seiner Aufschläge und notiert bei 1,2115 Dollar. Im Tageshoch hatte die Gemeinschaftswährung aber schon einen halben Cent höher gestanden.

Dass die Fed noch immer nicht alle Mahner ruhig stellen kann, verdeutlicht der Rentenmarkt, wo die Notierungen mit steigenden Konjunkturerwartungen fallen und die Renditen mit wachsenden Inflationssorgen steigen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gewinnt 4,5 Basispunkte auf 1,66 Prozent. Das wichtige Inflationsmaß PCE-Deflator lag im ersten Quartal annualisiert in der Kernrate mit 2,3 Prozent klar über dem langfristigen Ziel der Fed von 2 Prozent.

Gold verliert an Glanz - gedrückt durch steigende Marktzinsen. Das World Gold Council spricht angesichts gestiegener Renditen von einem Nachfrage-Einbruch von 71 Prozent im ersten Quartal. Betroffen seinen in erster Linie Gold-ETF. Angetrieben durch eine hohe Nachfrage aus China und den schwachen Dollar ist dagegen der Kupferpreis auf ein Zehnjahreshoch gestiegen. Er übersprang kurzzeitig die Marke von 10.000 Dollar je Tonne. Der Kupferpreis gilt als Barometer für die Lage der Weltwirtschaft.

Erdöl verteuert sich dank Dollar-Schwäche und steigendem Konjunkturoptimismus in den USA deutlicher - befeuert von den guten Wirtschaftsdaten. Zudem hatte die Regierung am Vortag deutlich gesunkene Benzin- und Dieselvorräte gemeldet. Dieser Umstand spreche für eine steigende Nachfrage, heißt es.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
DJIA          33.821,13   0,00     0,75      10,50 
S&P-500        4.185,75   0,06     2,57      11,44 
Nasdaq-Comp.  13.987,86  -0,45   -63,17       8,53 
Nasdaq-100    13.866,61  -0,25   -35,01       7,59 
 
US-Anleihen 
Laufzeit     Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre         0,17       0,8        0,16        5,1 
5 Jahre         0,88       2,7        0,85       51,9 
7 Jahre         1,34       3,8        1,30       69,0 
10 Jahre        1,66       4,5        1,61       74,0 
30 Jahre        2,33       3,7        2,29       67,8 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %  Do, 8:15 Uhr  Mi, 17:34 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,2111     -0,11%        1,2133         1,2099   -0,8% 
EUR/JPY                131,95     +0,20%        131,84         131,62   +4,6% 
EUR/CHF                1,1020     -0,08%        1,1038         1,1037   +1,9% 
EUR/GBP                0,8679     -0,24%        0,8692         0,8694   -2,8% 
USD/JPY                108,95     +0,31%        108,69         108,79   +5,5% 
GBP/USD                1,3955     +0,11%        1,3955         1,3919   +2,1% 
USD/CNH (Offshore)     6,4669     -0,15%        6,4678         6,4748   -0,6% 
Bitcoin 
BTC/USD             53.745,76     -2,05%     54.293,76      54.443,50  +85,0% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               64,68      63,86         +1,3%           0,82  +33,0% 
Brent/ICE               68,19      67,27         +1,4%           0,92  +32,2% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.767,10   1.780,90         -0,8%         -13,80   -6,9% 
Silber (Spot)           25,92      26,18         -1,0%          -0,25   -1,8% 
Platin (Spot)        1.200,75   1.221,50         -1,7%         -20,75  +12,2% 
Kupfer-Future            4,50       4,50         +0,0%          +0,00  +27,7% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

April 29, 2021 12:24 ET (16:24 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
APPLE INC. -0.23%145.52 verzögerte Kurse.9.93%
CATERPILLAR INC. -0.77%205.16 verzögerte Kurse.13.59%
DJ INDUSTRIAL -0.28%34838.16 verzögerte Kurse.14.14%
EBAY INC. 0.62%68.63 verzögerte Kurse.35.74%
FACEBOOK INC -1.22%351.95 verzögerte Kurse.30.44%
FORD MOTOR COMPANY -0.29%13.91 verzögerte Kurse.58.70%
MCDONALD'S CORPORATION -1.08%240.1 verzögerte Kurse.13.11%
MODERNA, INC. -1.98%346.61 verzögerte Kurse.238.47%
NASDAQ 100 0.02%14963.623834 Realtime Kurse.16.07%
PILGRIM'S PRIDE CORPORATION -0.54%22.03 verzögerte Kurse.12.95%
QUALCOMM, INC. -0.63%148.86 verzögerte Kurse.-1.67%
THE KRAFT HEINZ COMPANY 0.29%38.58 verzögerte Kurse.10.99%
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