Ein Blick auf den bevorstehenden Tag an den asiatischen Märkten.

Die Anleiherenditen, die Zinserwartungen, die Ölpreise und der Inflationsdruck sind weltweit rückläufig, und die Überzeugung, die hinter dieser breit angelegten Bewegung steht, scheint sich zu festigen.

Das ist der Hintergrund für die Eröffnung der asiatischen Märkte am Donnerstag, aber es wird nicht unbedingt die Stimmung der Anleger verbessern oder eine Rallye bei Risikoanlagen wie Schwellenländeraktien auslösen.

Der Rückgang der Renditen, des Ölpreises und der Zinserwartungen am Mittwoch - in einigen Fällen auf Mehrmonatstiefs - wird zunehmend von der Sorge um die Wirtschaftsaussichten in den USA bestimmt.

Die Zahlen dieser Woche zeigen, dass sich der US-Arbeitsmarkt abschwächt, was die Aufmerksamkeit auf den am Freitag zu veröffentlichenden Bericht über die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft im November verstärkt.

Obwohl sich die finanziellen Bedingungen lockern, fielen die drei großen Indizes der Wall Street am Mittwoch (der Russell 2000 hielt sich besser, da die Anleger weiterhin in Small Caps umschichteten). Asiatische und Schwellenländeraktien könnten am Donnerstag ebenfalls zu kämpfen haben.

Auf dem Wirtschaftskalender für den asiatisch-pazifischen Raum stehen am Donnerstag Indikatoren, die ein regionales Licht auf diese Probleme und Sorgen werfen werden, sowie die Zahlen zu den Devisenreserven von fünf Ländern, darunter China.

Thailand veröffentlicht seine Inflationszahlen für November. Von Reuters befragte Analysten erwarten eine monatliche VPI-Inflation von -0,3% und eine leichte Abschwächung der jährlichen Rate auf 0,6%.

Der thailändische Verbraucherpreisindex zieht nicht oft die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich, aber er wird genauer als sonst beobachtet werden, um zu sehen, ob er diese Woche ein ähnliches Bild wie der südkoreanische und der Tokioter Verbraucherpreisindex zeichnet.

Beide Berichte zeigten eine stärkere Abkühlung der Inflation als erwartet. In der Tat sind die Verbraucherpreise in Südkorea im November um 0,6% gegenüber dem Vormonat gesunken, die schnellste Deflationsrate seit drei Jahren.

Die neuesten Handelszahlen aus China und Australien stehen ebenfalls an. Die alarmierend schwachen Handelsströme zu Beginn des Jahres waren eines der größten Warnsignale für eine schwächelnde chinesische Wirtschaft, aber das Schiff scheint sich in den letzten Monaten stabilisiert zu haben.

Die Aussichten für den chinesischen Handel sind allerdings nicht besonders rosig - das Wachstum in den USA wird sich im nächsten Jahr deutlich verlangsamen, vielleicht auf 1-1,5%, die Eurozone flirtet mit einer Rezession und das sich verlangsamende Wachstum in China auf weniger als 5% wird die Nachfrage nach Importen belasten.

Devisenhändler und Beobachter der Zentralbanken werden unterdessen am Donnerstag die neuesten Zahlen zu den Devisenreserven der asiatischen Länder - China, Indonesien, Malaysia und Singapur - und Hongkongs zur Kenntnis nehmen.

Die Gesamtbestände dieser Länder belaufen sich derzeit auf über 4 Billionen Dollar, wovon 3,1 Billionen Dollar auf China entfallen.

Die Verwalter internationaler Reserven sind von Natur aus konservativ, so dass Veränderungen bei ihren Anlagen in der Regel nur schleppend vorankommen. Dennoch war der allgemeine Trend im letzten Jahr oder so, dass die Zentralbanken ihre Bestände an US-Staatsanleihen reduziert haben, was möglicherweise ein weiterer Gegenwind für den Dollar ist.

Hier sind die wichtigsten Entwicklungen, die den Märkten am Donnerstag eine neue Richtung geben könnten:

- Chinas Handel (November)

- Chinas Devisenreserven (November)

- Thailand VPI-Inflation (November)