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Makro-Briefing: EU: So nicht! - UK: Extrawurst? – China: Konstruktiv – USA: Sanktionslust

02.07.2019 | 11:03
EU. So nicht!

Die EU gibt ein prekäres Bild ab. Das Treffen am Sonntag und Montag hatte kein Ergebnis in der Frage der Besetzung der Spitzenpositionen gebracht.
Das ist völlig unverständlich. Die Parteien sind mit Spitzenkandidaten in der Wahl des Europäischen Parlaments angetreten. Da gab es Sieger und Verlierer. Die EVP hat die Wahl gewonnen, prozentuale Verluste hin oder her.

Es gilt, dieses eindeutige Mandat des Souveräns umzusetzen (wir sind ja nicht in Bremen!). Dass eine der Umwelt zuneigende Parteiengruppe neben Macron jetzt Süppchen wegen ihres relativen Wahlerfolgs köchelt, ist mindestens interessant. Dass die Länder im Osten ihr sehr eigenes Demokratieverständnis in den Postenfragen zutage treten lassen, belegt einmal mehr den Reifegrad dieser Länder.

Lediglich eins der zwölf Ostländer erfüllte vollständig die Bedingungen zum Beitritt zur EU. So ist es eben, wenn man bei EU-Eintrittsstandards latent nivelliert. Man hat am Ende kein Niveau. Das kann den Menschen in den EU- Gründungsländern nicht gefallen. Die messbare Frustration der Menschen in den Gründungsländern (Zahlmeister) hat damit zu tun. Die aktuellen außenpolitischen Interessen, die EU losgelöst von Eintrittsstandards zu balkanisieren und in den Osten auszuweiten ist diskussionswürdig. Der Erweiterungsprozess bei Nivellierung der Eintrittsstandards hat die EU doch gerade handlungsunfähig gemacht.

Die EU-Staats- und Regierungschefs setzen am Vormittag ihre Beratungen über die Besetzung der Führungsspitze in der EU fort.
Als überzeugter Europäer ist man bezüglich der aktuellen Situation mehr als irritiert. So nicht! Dieses europäische Bild ist für Finanzmärkte absolut unattraktiv!

UK-Extrawurst?

Das Brexit-Dilemma kommt wieder in den Fokus. Das zähe Ringen um Extrawürste für das UK geht in die nächste Runde. Der britische Außenminister Hunt setzt auf Kanzlerin Merkel, um die EU in Brexit-Verhandlungen weich zu klopfen. Nachdem sich Merkel gegen Macron im Frühjahr durchsetzte, erkennt man in London den „Weak Spot“, den Merkel bezüglich des UK darstellt. Dieses Drama hat schon lange genug an der EU gezehrt. Es gilt, ein den Regeln entsprechenden Brexit zu organisieren. Der ist weder weich noch hart, sondern eben regelbasiert.
Wenn dabei ein Brexit ohne „Deal“ herauskommt, liegt es nicht an der EU, sondern an den Freunden der „Wahrheit“ namens Boris Johnson, Nigel Farage und Jacob Rees-Mogg, um einige prominente Namen zu nennen.
Je härter der Brexit, desto größer und schneller die Produktionsstättenverlagerung vom UK in die EU. In Kontinentaleuropa muss uns nicht bange sein. Leid tun uns die zu wenig organisierten proeuropäischen Kreise im UK. Das UK wird den Preis zahlen.
Lange wurde argumentiert, dass die Wirtschaft des UK trotz des Brexit-Prozesses gut laufe. Das war auch so. Es war aber zu großen Teilen wegen der Vorbereitung auf den Brexit (u.a. Lageraufbau). Das sind temporäre exogene Effekte, die nicht extrapolierbar sind. Die Abwertung des GBP hat darüber hinaus Wirkung gezeigt.
Zu den Fakten:  Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sank per Juni von 49,4 auf 48,0 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren (2013). Das ist nur der Anfang …

China: Konstruktiv!

Laut Ministerpräsident Li Keqiang soll die Deckelung von Beteiligungen ausländischer Investoren im chinesischen Finanzsektor bereits 2020 gelockert werden. Die Öffnung des Industriesektors werde weiter vorangetrieben. China will die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen fördern.
Wegen des Handelskonflikts mit den USA steht die Notenbank Chinas bereit, der Wirtschaft hilfreich zur Seite zu stehen. Die PBOC kündigte an, insbesondere private und kleine Firmen unterstützen zu wollen. Die PBOC werde eine proaktive Rolle bei der Reaktion auf die Spannungen übernehmen. Das gelte auch bei der Vorbeugung und Bewältigung von Risiken in Schlüsselinstitutionen. Die PBOC kündigte ein entschlossenes Handeln an, um Gefahren für das Finanzsystem abzuwehren.
Fazit: Einerseits strukturelle Öffnung (Aristoteles) mit der Folge der Erhöhung des Potentialwachstumspfads und andererseits ein Vollkaskoansatz der PBOC implizieren nach vorne schauend ein hohes Maß an Solidität.

USA: Sanktionslust!

Die USA drohen Zölle auf europäische Produkte im Volumen von 4 Mrd. USD an (u.a. Oliven, italienischer Käse, schottischer Whisky). Nun ja, die USA sind bekannt für ihre Käsecreme aus der Tube (u.a. zu sehen im 1. Teil von Blues Brothers), die dann wohl stärker nachgefragt werden wird.
Anlass ist der Streit zwischen der EU und den USA über Subventionen für die Flugzeugbauer Boeing und Airbus.
Wir verweisen bezüglich der Wirkung von US-Sanktionen auf den nachfolgenden US-Datenpotpourri.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:+

Eurozone:
Deutschland:   Die Arbeitslosenquote verharrte per Berichtsmonat Juni in der saisonal bereinigten Fassung bei 5%.
Italien:  Die Arbeitslosenrate sank per Mai von zuvor 10,1% auf 9,9%.
Die Geldmenge M-3 legte per Mai im Jahresvergleich (J) um 4,8% nach zuvor 4,7% zu.
Die Kreditvergabe an private Haushalte stieg per Mai um 3,3% nach 3,4% (J).
Die Kreditvergabe an Unternehmen legte per Mai um 3,9% nach zuvor 3,9% (J) zu.
Der von Markit ermittelte PMI für das Verarbeitende Gewerbe per Juni sank von 47,8 auf 47,6 Punkte.
Die Arbeitslosenrate der Eurozone sank per Mai von 7,6% auf 7,5%.

USA:
Der von Markit ermittelte PMI für das Verarbeitende Gewerbe stieg per Juni von 50,1 auf 50,6 Zähler.
Der von ISM ermittelte PMI für das Verarbeitende Gewerbe sank von 52,1 auf 51,7 Punkte.
US-Bauausgaben sanken per Mai im Monatsvergleich um 0,8%.


Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone 1.1100 – 30 negiert den positiven Bias des Euros.
Viel Erfolg!

Gastbeitrag von Folker Hellmeyer, Chefanalyst SOLVECON INVEST

www.solvecon-invest.de

Herr Hellmeyer hat am Finanzmarkt ursprünglich als Devisenhändler begonnen. Für Deutsche Bank und Helaba war er in Hamburg, London und Frankfurt tätig. Von 2002 bis 2017 war Herr Hellmeyer Chefanalyst der Bremer Landesbank und hat mit klaren Worten die Entwicklungen an den Börsen und im Finanzmarkt­geschehen kommentiert.

© MarketScreener.com 2019
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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