Energie:
Die Ölpreise erholen sich derzeit nur schleppend. Die Wochenbilanz liegt beim Brent bei einem Plus von rund 2 % – zu wenig, um den Preisverfall von rund 16 % seit Ende Juni auszugleichen. Im Fokus der Märkte stand zuletzt das Treffen der OPEC+, bei dem eine weitere Produktionsausweitung um 548.000 Barrel pro Tag für den Monat August beschlossen wurde. Damit wird die seit dem Frühjahr beobachtbare Angebotsausweitung beschleunigt: Seit April hat das Kartell seine Förderung um insgesamt 1,8 Millionen Barrel pro Tag erhöht; bis Ende des dritten Quartals sollen es 2,2 Millionen Barrel pro Tag sein.
Zusätzlicher Druck kam zuletzt durch die Möglichkeit neuer Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das Atomabkommen, was an den Märkten als potenziell preisdämpfend eingestuft wird.

Metalle:
Der Spotpreis für eine Tonne Kupfer überschritt an der London Metal Exchange kurzzeitig die psychologisch wichtige Marke von 10.000 US-Dollar, fiel zum Wochenschluss jedoch wieder zurück. Hintergrund sind Sorgen über neue US-Zölle, die die Nachfrage beeinträchtigen könnten. Auch die jüngste Dollar-Stärke, gestützt durch robuste US-Konjunkturdaten, belastete den Kupferpreis zusätzlich.
Gold hingegen profitiert weiterhin von der Suche der Investoren nach sicheren Häfen – insbesondere im Vorfeld wichtiger handelspolitischer Entscheidungen in den USA. Auch die Nachfrage seitens der Zentralbanken bleibt hoch: Im Mai kauften sie insgesamt 20 Tonnen Gold, darunter vor allem die Notenbanken von Kasachstan, Polen und der Türkei. Die Zahlen bestätigen den anhaltenden Trend zur Diversifizierung der Währungsreserven in Richtung Edelmetalle.

Agrarrohstoffe:
Die weltweite Getreideproduktion dürfte 2025 ein neues Rekordniveau erreichen. Laut einem aktuellen FAO-Bericht wird ein Volumen von 2.925 Millionen Tonnen erwartet – ein Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Treiber dieser Entwicklung sind höhere Erträge bei Mais, Reis und Weizen.
Beim Weizen werden dank besserer Ernten in Indien und Pakistan 805,3 Millionen Tonnen prognostiziert. Der Mais profitiert von günstigen Wetterbedingungen in Brasilien sowie einer Ausweitung der Anbauflächen in Indien.
An den Terminmärkten in Chicago legte der Weizenpreis (September-Kontrakt) leicht auf 556 Cent je Scheffel zu, während Mais nach einer längeren Schwächephase auf 420 Cent je Scheffel zulegen konnte.