FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas leichter sind Europas Börsen am Mittwoch in den Handel gestartet. Die globalen Aktienmärkte stehen ganz im Zeichen von Zinssorgen. Vor allem diverse Inflationsdaten dürften in den kommenden Tagen den Kurs vorgeben. Der DAX fällt 0,4 Prozent auf 18.603 Zähler, der Euro-Stoxx-50 um 0,3 Prozent auf 5.013 Punkte. Im Fokus stehen neue Inflationsdaten aus Deutschland. Am Abend wird auf die US-Notenbank und ihr Beige Book geblickt.

Dürfte die Fed auf eine weiter starke US-Wirtschaftsaktivität hinweisen, könnten die Hoffnungen auf Zinssenkungen noch weiter nach hinten rutschen. Einen weiteren Mosaikstein für globale Inflationssorgen bilden die Inflationsdaten aus Australien, die am Morgen überraschend angestiegen anstatt gefallen sind.


   US-Rendite springt über gefürchtete 4,50%-Marke 

In den USA war am Vortag die viel beobachtete Rendite der 10-jährigen US-Anleihen mit Schwung über die psychologisch wichtige Marke von 4,50 Prozent gesprungen und auf 4,566 Prozent gestiegen. Entsprechend gab es einen Kursrutsch in den Anleihekursen. Auch der Sprung des Nasdaq-Index über 17.000 Punkte dürfte daher Europas Händler nicht zu Käufen motivieren.

Die Anleihe-Futures in Europa stehen auch am frühen Mittwochmorgen weiter unter Druck. Zu den Zinssorgen gesellte sich am Vortag auch noch eine schwache Nachfrage bei einer US-Anleihen-Auktion. Dazu stieg das Verbrauchervertrauen in den USA unerwartet an und Minneapolis Fed-Präsident Kashkari erklärte, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung seien zwar gering, aber nicht vom Tisch.

Belastet von den Zinssorgen sind vor allem davon abhängige Branchen wie Immobilienwerte. Im DAX fallen Vonovia um 1,5 Prozent. Für Aroundtown geht es sogar 4,6 Prozent tiefer, obwohl die vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen getroffen hatten.


   Gute Konjunkturdaten zum Ausgleich - China und Gfk 

Als Ausgleich gegen Inflationsängste bekommen Anleger aber auch bessere Konjunkturaussichten. So hat der IWF am Morgen die BIP-Wachstumsaussichten für China in 2024 auf 5 Prozent erhöht. Das ist eine deutliche Erhöhung, nachdem noch im April nur 4,6 Prozent Plus erwartet wurden. "So etwas ist gerade besonders wichtig als Gegengewicht zu Zinssorgen", sagte ein Händler.

Auch für Deutschland gibt es gute Nachrichten: Hier stieg das Gfk-Konsumklima zum vierten Mal in Folge an. Vor allem die Auflösung des Angst-Sparens wird im Handel begrüsst.


   Kaum Unternehmensdaten - Umstufungen treiben 

Auf Unternehmensseite ist es nachrichtlich bislang dünn. Für Bewegung sorgen vor allem Umstufungen.

So springen Renault um 3,7 Prozent nach oben, nachdem sie Goldman Sachs zum Kaufen empfohlen und das Kursziel deutlich auf 70 Euro erhöht hat.

Im DAX legen Merck KGaA um 1 Prozent zu, da Morgan Stanley das Kursziel erhöht hat. Bei den Lieferdiensten sorgen die Analysten aber für schlechte Laune: So senken sie für Justeat Takeaway das Kursziel deutlich, was die Aktien in Amsterdam um 2,7 Prozent drückt. In Deutschland werden Delivery Hero abgestuft auf "Equalweight" nach "Overweight" und das Ziel reduziert. Die Aktien fallen um 4,2 Prozent.

Abwärts geht es bei den Fluglinien, nachdem American Airlines ihre Prognose für das laufende Quartal deutlich gesenkt haben. Die Fokussierung der Vertriebswege auf Apps anstelle Reisebüros hat sich als Flop vor allem bei Geschäftsreisenden erwiesen. In Europa fallen auch Lufthansa und Air-France 1,9 Prozent, die British-Airways-Mutter IAG sogar um 2,6 Prozent.


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Aktienindex              zuletzt        +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           5.010,14        -0,4%      -20,21     +10,8% 
Stoxx-50                4.464,40        -0,3%      -13,88      +9,1% 
DAX                    18.597,53        -0,4%      -80,34     +11,0% 
MDAX                   26.891,04        -0,9%     -243,62      -0,9% 
TecDAX                  3.398,23        -0,4%      -12,60      +1,8% 
SDAX                   15.117,89        -0,2%      -31,61      +8,3% 
FTSE                    8.235,24        -0,2%      -18,94      +6,7% 
CAC                     8.007,36        -0,6%      -50,44      +6,2% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,63                    +0,04      +0,06 
US-Zehnjahresrendite        4,57                    +0,02      +0,69 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %    Mi, 7:50  Di, 17:30   % YTD 
EUR/USD                   1,0854        -0,0%      1,0846     1,0876   -1,7% 
EUR/JPY                   170,56        -0,1%      170,54     170,68   +9,6% 
EUR/CHF                   0,9901        -0,0%      0,9898     0,9907   +6,7% 
EUR/GBP                   0,8502        -0,1%      0,8506     0,8511   -2,0% 
USD/JPY                   157,13        -0,0%      157,23     156,94  +11,5% 
GBP/USD                   1,2766        +0,0%      1,2751     1,2780   +0,3% 
USD/CNH (Offshore)        7,2681        +0,1%      7,2673     7,2635   +2,0% 
Bitcoin 
BTC/USD                68.168,58        -0,3%   68.617,80  67.854,69  +56,6% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settlem.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  80,15        79,83       +0,4%      +0,32  +10,5% 
Brent/ICE                  84,49        84,22       +0,3%      +0,27  +10,5% 
GAS                               VT-Settlem.                +/- EUR 
Dutch TTF                  34,21        33,55       +2,0%      +0,66  -11,5% 
 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             2.352,10     2.361,30       -0,4%      -9,20  +14,1% 
Silber (Spot)              32,04        32,13       -0,3%      -0,08  +34,8% 
Platin (Spot)           1.055,68     1.064,70       -0,8%      -9,03   +6,4% 
Kupfer-Future               4,85         4,85       -0,1%      -0,01  +23,7% 
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May 29, 2024 03:46 ET (07:46 GMT)