Kanadas wichtigster Aktienindex fiel am Freitag um 1%, da ein Anstieg des US-Dollars nach der Veröffentlichung von US-Arbeitsmarktdaten, die besser als erwartet ausfielen, die Metallminenaktien unter Druck setzte, während sich die Anleger auf eine erhöhte Volatilität in den kommenden Monaten einstellten.

Der S&P/TSX Composite Index der Toronto Stock Exchange schloss 222,10 Punkte tiefer bei 22.007,00. Im Wochenverlauf verlor der Index 1,2% und verzeichnete damit den dritten Wochenrückgang in Folge.

Die Gruppe der Rohstoffwerte, zu der Metallbergbau- und Düngemittelunternehmen gehören, verlor 4,2%, da der Goldpreis um 3,7% fiel und Kupfer ein Monatstief erreichte.

"Gold reagiert empfindlich auf den US-Dollar und die Realzinsen", sagte Joseph Abramson, Co-Chief Investment Officer bei Northland Wealth Management.

Der US-Dollar und die Anleiherenditen stiegen, nachdem die US-Wirtschaft im Mai 272.000 Arbeitsplätze geschaffen hatte, was darauf hindeutet, dass sich die Federal Reserve mit dem Beginn ihres Lockerungszyklus Zeit lassen könnte.

Der Markt in Toronto hat in diesem Jahr 5 % zugelegt, während der S&P 500 in den Vereinigten Staaten sogar noch größere Gewinne verbuchen konnte.

"Nach den großen Zuwächsen nehmen wir einige Gewinne mit, weil wir erwarten, dass die Risikoaversion bis zu den US-Wahlen zunimmt", sagte Abramson.

Präsident Joe Biden und der ehemalige Präsident Donald Trump werden sich bei den Präsidentschaftswahlen in den USA am 5. November gegenüberstehen, und es sieht so aus, als ob es zu einem spannenden und hart umkämpften Wahlkampf kommen wird.

Der monatliche kanadische Arbeitsmarktbericht wurde ebenfalls veröffentlicht. Er zeigte einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 6,2% im Mai und ein schnelleres Lohnwachstum, was gemischte Signale für die Bank of Canada liefert.

Am Mittwoch war die BoC die erste Zentralbank der G7, die die Kreditkosten senkte.

Der Energiemarkt verlor ebenfalls an Boden und gab 0,9% ab, da der Ölpreis seine früheren Gewinne wieder abgab und 2 Cent niedriger bei $73,53 pro Barrel schloss.

Immobilien und Versorger, zwei Sektoren, die besonders empfindlich auf Anleiherenditen reagieren, fielen um 1,6% bzw. 1%. (Berichte von Fergal Smith in Toronto und Purvi Agarwal in Bengaluru; Redaktion: Ravi Prakash Kumar, Shreya Biswas und Cynthia Osterman)