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US-Richter lehnt Bayer-Vergleich zu PCB-Belastungen ab

01.12.2020 | 10:40
FILE PHOTO: The historic headquarters of German pharmaceutical and chemical maker Bayer AG is pictured in Leverkusen

New York (Reuters) - Bayer bekommt eine weitere Altlast aus der Monsanto-Übernahme nicht vom Tisch. Ein US-Bezirksrichter lehnte einen von Bayer vorgeschlagenen Vergleich im Rechtsstreit um Belastungen durch die Chemikalie PCB von Monsanto ab.

Die geplante Abmachung mit mehreren US-Städten und anderen Klägern sei in ihrer Schutzwirkung für Bayer zu weitreichend und mit Zahlungen von rund 650 Millionen Dollar "sehr bescheiden", erklärte der zuständige Richter des Gerichts in Los Angeles, Fernando Olguin. Bayer erklärte in der Nacht zum Dienstag, man arbeite daran, die Bedenken auszuräumen. Das Unternehmen sei zuversichtlich, bis zu der vom Richter gesetzten Frist am 31. Dezember eine überarbeitete vorläufige Einigung zu erzielen.

Zu den von der Einigung betroffenen Klägern zählen unter anderem das County Los Angeles sowie die Städte San Diego, Baltimore und Portland/Oregon. Die Einigung hatte Bayer im Sommer im Zuge des milliardenschweren Glyphosat-Vergleichspakets angekündigt. Mit den Vereinbarungen wollte das Unternehmen wesentliche Teile des Verfahrenskomplexes zu den Auswirkungen von PCB auf Gewässer beilegen. Bayer vereinbarte zum einen die Zahlung von etwa 650 Millionen Dollar mit einer Gruppe von Klägern, der das Gericht noch zustimmen musste. Zudem traf das Unternehmen weitere Vereinbarungen, die Zahlungen von insgesamt eta 170 Millionen vorsehen, womit die Einigungen insgesamt etwa 820 Millionen Dollar kosten sollten. Sie dürften den Konzern nun mehr kosten.

Bayer hatte sich mit der Übernahme von Monsanto nicht nur eine Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat ins Haus geholt, sondern auch zahlreiche Klagen wegen PCB. Die Kläger werfen Monsanto unter anderem vor, das Unternehmen habe lange die schädlichen Auswirkungen der Chemikalie verschwiegen. Monsanto hatte PCB, das etwa in Transformatoren, als Hydraulikflüssigkeit oder als Weichmacher in Lacken und Dichtungen eingesetzt wurde, von 1935 bis 1977 hergestellt. Die Chemikalie, die zu den zwölf als "dreckiges Dutzend" bekannten organischen Giftstoffen zählt, wurde 1979 in den USA verboten und 2004 weltweit.

Im Rechtsstreit um Glyphosat hatte Bayer sich Ende Juni mit einem Großteil der Kläger geeinigt und war damals davon ausgegangen, dass für den Vergleich und mögliche künftige Fälle bis zu 10,9 Milliarden Dollar fällig werden. Vorstandschef Werner Baumann musste aber kürzlich einräumen, dass ein wichtiger Teil des Vergleichspakets, der den Umgang mit möglichen künftigen Klagen betrifft, etwa zwei Milliarden Dollar kosten wird und damit mehr als die ursprünglich erwarteten 1,25 Milliarden.


© Reuters 2020
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