Norwegens jährliche Kerninflationsrate ist im April im Einklang mit den Erwartungen gestiegen, wie Daten des Statistikamtes SSB am Montag zeigten. Dies stützt die Prognosen, wonach die Zinssätze in diesem Jahr weiter angehoben werden könnten. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Energiepreise und Steuern außen vor bleiben, lag im Jahresvergleich bei 3,2 %, nach 3,0 % im März. Damit entsprach sie genau der Durchschnittsprognose der von Reuters befragten Analysten. Auch die Zentralbank hatte mit einem Anstieg der Kerninflation auf 3,2 % gerechnet, was deutlich über ihrem Zielwert von 2,0 % liegt.

Die norwegische Krone notierte nach der Veröffentlichung der Daten um 06:00 Uhr GMT weitgehend unverändert zum Euro bei 10,81.

Die Norges Bank hatte ihren Leitzins am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 4,25 % angehoben und damit früher agiert als von Analysten erwartet, um die durch steigende Löhne und hohe Energiepreise wieder aufflammende Inflation einzudämmen.

Die Entscheidung der Bank steht im Gegensatz zu jenen anderer großer Zentralbanken, die argumentierten, dass mehr Zeit und Daten erforderlich seien, um die Auswirkungen des Krieges im Iran auf den für die Geldpolitik relevanten längeren Zeithorizont abzuschätzen.

Zentralbankchefin Ida Wolden Bache erklärte am Freitag, die Bank werde den Kampf gegen die Inflation fortsetzen, sehe jedoch keinen ausgeprägten Anstieg des Leitzinses voraus.

Die Zentralbank wird ihre nächste Zinsentscheidung am 18. Juni bekannt geben. Analysten erwarten im Durchschnitt für diesen Termin keine weitere Erhöhung, rechnen jedoch mit einem weiteren Schritt im späteren Jahresverlauf. (Berichterstattung durch Terje Solsvik in Oslo und Louise Rasmussen in Kopenhagen, Redaktion durch Anna Ringstrom)