Der mit 2,2 Billionen Dollar dotierte norwegische Staatsfonds, der größte der Welt, gab am Samstag bekannt, dass er auf der Hauptversammlung am 23. April für die Wahl des BP-Verwaltungsratsvorsitzenden Albert Manifold sowie für weitere vom Board unterstützte Beschlussvorlagen stimmen wird.

Norges Bank Investment Management (NBIM), der Verwalter des Fonds, erklärte zudem, man werde die Vorschläge des Verwaltungsrats unterstützen, zwei frühere Resolutionen zur Klimaberichterstattung zurückzuziehen. Einige BP-Aktionäre hatten zuvor gefordert, an diesen festzuhalten.

BP argumentiert, dass die beiden Resolutionen durch eine vergleichbarere und standardisierte Klimaberichterstattung hinfällig geworden seien.

NBIM stellte sich zudem auf die Seite des Verwaltungsrats und stimmte gegen einen Aktionärsantrag der Klimaschutzgruppe ACCR. Diese hatte BP aufgefordert, detaillierter darzulegen, wie die Pläne zur Kapitalallokation - einschließlich der Ausgaben für Öl und Gas - mit dem Shareholder Value in Einklang stehen.

"Wir unterstützen keine Aktionärsanträge, die in Bezug auf die Strategie und/oder das operative Geschäft des Unternehmens zu präskriptiv erscheinen oder unrealistische Zeitrahmen, Ziele oder Umsetzungsmethoden festlegen", hieß es auf der Website des Fonds.

Das britische Local Authority Pension Fund Forum sowie der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis haben den Aktionären hingegen empfohlen, die Wahl von Manifold sowie mehrere andere vom Board unterstützte Anträge abzulehnen.

Unabhängig davon versuchte die Aktivistengruppe Follow This, eine Resolution zu den finanziellen Risiken einer sinkenden Öl- und Gasnachfrage einzubringen. BP schloss diesen Antrag jedoch von der Abstimmung aus, was weitere Kritik auslöste.

NBIM gehört zu den größten Aktionären von BP und hielt Ende 2023 eine Beteiligung von 2,98 % am Unternehmen, was einem Wert von 2,7 Milliarden Dollar entsprach.

Der norwegische Staatsfonds investiert die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft des Landes in Aktien, Anleihen, Immobilien und erneuerbare Energien. Er hält Beteiligungen an rund 7.200 Unternehmen weltweit, was einem Durchschnitt von 1,5 % aller börsennotierten Aktien entspricht.