Berlin, 14. Apr (Reuters) - Die Subventionen des Staates werden sich einer Studie zufolge dieses Jahr auf gut 321 Milliarden Euro summieren. Dies werde voraussichtlich ein Rekordniveau sein, sagte der Ökonom Lars Feld vom Freiburger Walter-Eucken-Institut am Dienstag in Berlin. 2025 waren es noch knapp 307 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt dürfte die Subventionsquote 2026 bei etwa sieben Prozent liegen, nur knapp unter dem Höchstwert von 2023. Auf den Bund entfallen 235 Milliarden Euro - 150 Milliarden auf Finanzhilfen und 85 Milliarden auf Steuervergünstigungen. "Beide Subventionsarten konzentrieren sich auf wenige große Programme und kommen auf Unternehmensseite eher großen Konzernen zugute."
Der neue Freiburger Subventionsbericht wurde von der Stiftung Familienunternehmen gefördert. Feld sagte, die Subventionen seien in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, oft erreichten sie ihre Ziele aber gar nicht und seien zudem intransparent. Besonders viele Gelder gingen in die Bereiche Umweltschutz, Verkehr und Industrie. "Hohe Summen fließen seit Jahren in das Schienennetz der Deutschen Bahn, deren Zuverlässigkeit immer weiter abnimmt."
Der Staat müsse stärker seine Ausgaben in den Blick nehmen, forderte Feld. Hier gebe es angesichts zu stopfender Löcher im Haushalt viel einzusparen. Am einfachsten wären Kürzungen mit der Rasenmähermethode, also überall gleich.
Aktuell will die Bundesregierung wegen der hohen Spritpreise an den Tankstellen die Energiesteuer für zwei Monate senken. Außerdem sollen Arbeitgeber unterstützt werden, eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro an ihre Mitarbeiter zahlen zu können. "Ich halte von diesen Maßnahmen nichts", sagte Feld. Die Preiswirkung müsse erhalten bleiben, damit sich Verbraucher anpassen könnten. Außerdem seien die Maßnahmen nicht zielgenau genug. Es profitierten auch Personen, die nicht auf Hilfen angewiesen seien.
(Bericht von Christian Krämer, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


























