Im vergangenen Jahr, zur gleichen Zeit und in diesen Spalten, hatte MarketScreener diese Transaktion im Umfang von 13 Milliarden US-Dollar – vollständig in Omnicom-Aktien finanziert – ausdrücklich gelobt: Die Aktie notierte damals auf historisch hohen Bewertungsniveaus, wovon CEO John Wren taktisch klug profitierte.

Der Markt zeigt sich bislang jedoch wenig begeistert von der Fusion der beiden Gruppen, die als defensives Manöver gegen die Übermacht der Tech-Giganten wahrgenommen wird – jene dominieren zunehmend die Werbebudgets der Großkunden.

Wir schrieben seinerzeit, dass sich ausgehend vom EBITDA-Multiple von zehn – jenem Maßstab, der die Bewertung von Omnicom und Interpublic über ein Jahrzehnt geprägt hatte – für das neue Gesamtunternehmen ein Börsenwert von rund 40 Milliarden US-Dollar ableiten ließe.

Davon ist das Unternehmen derzeit weit entfernt: Der aktuelle Unternehmenswert liegt gerade einmal bei der Hälfte. Neben der erdrückenden Konkurrenz aus dem Technologiesektor wird Omnicom – ähnlich wie Adobe – zudem als Verlierer der KI-Revolution angesehen.

Die zentrale Sorge der Investoren: Wenn Omnicom seine Rolle als Vermittler zwischen Werbetreibenden und Medien verliert – und gleichzeitig seine kreative Wertschöpfung einbüßt – was bleibt dann noch?

Unbeirrt bleibt John Wren seiner kompromisslosen Linie treu. Er setzt seine rigorose Personalkonsolidierung fort und kündigt bereits an, die im Rahmen der Interpublic-Übernahme angekündigten Einsparziele zu übertreffen. In den kommenden Monaten sollen 4.000 weitere Stellen abgebaut werden – nach den bereits 10.000 gestrichenen Arbeitsplätzen bei Omnicom und IPG seit 2024.

Analysten rechnen derweil für das kommende Jahr mit einem EBITDA von 4,5 Milliarden US-Dollar. Ausgehend vom aktuellen Unternehmenswert ergibt sich somit ein Bewertungsmultiple von lediglich dem Vierfachen des erwarteten operativen Ergebnisses – ein Niveau, das Omnicom zuletzt nur einmal erreichte: im ersten Halbjahr 2009, mitten in der Subprime-Krise.