Diese fallen allerdings kaum aussagekräftig aus: Der neue Konsolidierungskreis infolge der Übernahme verzerrt das Bild ebenso wie der Umstand, dass der Berichtszeitraum nur acht Wochen umfasst.

Was feststeht – und von CEO David Ellison mehrfach bekräftigt wurde –, ist die klare Prioritätensetzung: Paramount Skydance will massiv in die Produktion neuer Inhalte investieren und den Vorstoß in den Streaming-Markt weiter beschleunigen, um im Wettbewerb mit Netflix und Disney bestehen zu können.

Die Herausforderungen sind allerdings gewaltig: Die Zahl der Abonnenten von Paramount+ stagniert seit einem Jahr, während das traditionelle TV-Geschäft – das immer noch 57 % des Konzernumsatzes ausmacht – in freiem Fall ist. Allein in den letzten drei Monaten sanken die Erlöse in diesem Segment um 502 Millionen US-Dollar.

Für das Jahr 2026 stellt Paramount Skydance einen Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einem bereinigten operativen Gewinn von 3,5 Milliarden. Diese Zielsetzung verdeutlicht, dass selbst gut aufgenommene Preiserhöhungen im Streaming-Geschäft den strukturellen Rückgang im TV-Bereich kaum auffangen können – was auf der einen Seite gewonnen wird, wird auf der anderen sofort wieder aufgezehrt.

Verbesserungen bei der Marge sollen daher in erster Linie über Einsparungen bei den Betriebskosten erzielt werden. Doch genau hier wird es heikel: Diese Strategie steht im Widerspruch zur erklärten Absicht, die Investitionen in Technologie deutlich zu erhöhen – ein Bereich, den Ellison als „dringlich und strategisch“ bezeichnet.

Noch ehrgeiziger scheint ein weiteres Vorhaben: Paramount Skydance soll an einer Übernahme von Warner Bros. Discovery arbeiten. Angesichts der eigenen angespannten Finanzlage – die Nettoverschuldung entspricht etwa dem Vierfachen des bereinigten operativen Gewinns – erscheint eine solche Transaktion kaum finanzierbar, es sei denn, Larry Ellison oder ein anderer finanzstarker Investor springt ein.

Ein solcher Coup würde jedoch die Pläne von Warner-Bros-Discovery-Chef David Zaslav durchkreuzen. Er beabsichtigt, sein Unternehmen ab dem kommenden Jahr zu teilen und sich vollständig vom traditionellen TV-Geschäft zu trennen, um sich ganz auf Streaming und das Flaggschiff HBO zu konzentrieren.

Die Medienbranche ist berüchtigt für Mega-Fusionen, die grandios scheitern. Während der Kurs von Warner Bros – ein radikaler Fokus auf Streaming – strategisch nachvollziehbar erscheint, wirft der Ansatz von Paramount Skydance Fragen auf: In ein strukturell rückläufiges TV-Geschäft doppelt zu investieren, mag Synergien versprechen – strategisch überzeugt es jedoch kaum.

Apple und Netflix, zeitweise als mögliche Käufer von Warner Bros Discovery gehandelt, haben öffentlich dementiert, an einer Übernahme interessiert zu sein.