Die deutsche PSI Software steht laut drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen kurz vor einer Übernahme, da mehrere Finanzinvestoren Interesse an dem Hersteller von Software für Energienetze zeigen. Dies berichtete Reuters am Donnerstag.
Eine der Quellen gab an, dass PSI, das sich derzeit von einem Cyberangriff im vergangenen Jahr erholt, nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Entwicklung der nächsten Produktgeneration sucht.
Zu den konkurrierenden Interessenten zählen den Angaben zufolge die Technologie-Investoren Thoma Bravo, HgCapital und Warburg Pincus. Eine Entscheidung über einen Verkauf könnte in den kommenden Tagen fallen, so die Quellen weiter.
Die PSI-Aktie sprang nach Bekanntwerden der Nachricht um 13,9 % auf 1514 GMT in die Höhe.
PSI, dessen Software den Betrieb von Strom- und Gasnetzen sowie von Fabriken unterstützt, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von 15,2 Millionen Euro ($17,62 Millionen), nachdem das Unternehmen wochenlang durch den Cyberangriff beeinträchtigt war.
In einer Stellungnahme am späten Donnerstag bestätigte PSI, dass man sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Thoma Bravo, HgCapital und Warburg Pincus über den Abschluss einer Investitionsvereinbarung und ein mögliches Übernahmeangebot befinde.
„Die Gespräche sind ergebnisoffen und dauern an. Es ist derzeit unklar, ob und gegebenenfalls von welchem der Interessenten ein Übernahmeangebot für das Unternehmen abgegeben wird“, teilte PSI mit.
An der Börse wird das Unternehmen mit fast 400 Millionen Euro bewertet und erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 260,8 Millionen Euro.
Für das laufende Jahr prognostiziert das PSI-Management einen Umsatzanstieg um 10 % sowie eine Rückkehr in die Gewinnzone vor Zinsen und Steuern.
Das Unternehmen, zu dessen Wettbewerbern auch das norwegische Volue zählt, senkt derzeit die Kosten. Diese Maßnahmen werden jedoch voraussichtlich erst ab 2026 spürbare Auswirkungen zeigen.
Der deutsche Versorger E.ON, der sowohl ein bedeutender Kunde als auch mit knapp 18 % der Anteile zweitgrößter Investor von PSI ist, beabsichtigt, seine Beteiligung zu behalten.
Der deutsche Unternehmer und Newsletter-Verleger Norman Rentrop ist mit einem Anteil von 23 % größter Aktionär von PSI.
Weder PSI noch die Investment-Holding von Norman Rentrop reagierten umgehend auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Thoma Bravo, E.ON, HgCapital und Warburg Pincus lehnten eine Stellungnahme ab.
($1 = 0,8625 Euro)


















