Raytheon, ein Geschäftsbereich von RTX, hat erfolgreich eine neue ereignisbasierte Mittelwellen-Infrarotkamera (MWIR) demonstriert, die Hochgeschwindigkeitsobjekte in Echtzeit verfolgt und dabei den Verarbeitungs- und Strombedarf drastisch reduziert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras, die vollständige Einzelbilder aufnehmen und zur Erkennung von Veränderungen auf Software angewiesen sind, erfassen ereignisbasierte Kameras lediglich Bewegungen auf Pixelebene und erzeugen so einen kontinuierlichen Ereignisstrom. Während einer Vorführung in Nordkalifornien verfolgte die Kamera mehrere Ziele, darunter Bodenfahrzeuge, Flugzeuge und Live-Feuer, indem sie schnelle Bewegungen erfasste, die mit konventionellen bildbasierten Infrarotkameras nicht darstellbar sind.

Durch die ausschließliche Meldung von Bewegungsänderungen anstelle kompletter Bildsequenzen konnte die Kamera eine nahezu verzögerungsfreie Ansicht der Aktivitäten während der Übung liefern. Diese Fähigkeit eröffnet ein breites Spektrum an Anwendungen im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich, insbesondere in Umgebungen, in denen Geschwindigkeit, Störsignale und hohe Datenvolumina bestehende Sensoren und Prozessoren an ihre Grenzen bringen. Dies umfasst ein verbessertes Situationsbewusstsein auf dem Gefechtsfeld, den Schutz von Stützpunkten, eine intelligentere Raketensteuerung sowie eine effektivere Überwachung durch Flugzeuge und unbemannte Systeme. Die im Rahmen des DARPA-geförderten Programms "Fast Event-based Neuromorphic Camera and Electronics" (FENCE) entwickelte Kamera wurde von Grund auf als neue Sensorarchitektur konzipiert.

Nach Abschluss des Erstvertrags prüft das Advanced Technology Team von Raytheon nun Folgedemonstrationen und Datenerhebungen, um den Sensor in einem breiteren Spektrum von Missionsszenarien und Zieltypen zu präsentieren.