Frankreich könnte aus dem deutsch-französischen Panzerprojekt MGCS aussteigen. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, einem der Anteilseigner der Initiative, am Samstag. Ein solcher Schritt wäre ein weiterer herber Rückschlag für die europäische Verteidigungskooperation.

„Ein Risiko besteht immer, aber es ist noch nichts entschieden“, sagte Armin Papperger gegenüber der Welt am Sonntag mit Blick auf das Projekt, an dem auch der deutsch-französische Panzerbauer KNDS und der französische Thales-Konzern beteiligt sind.

o Papperger gab an, dass Frankreich drastische Kürzungen am Projektbudget in Erwägung ziehe. In den Gesprächen stehe die Idee im Raum, die Ausgaben auf „weniger als die Hälfte“ der ursprünglichen Planungen zu reduzieren.

o Bisher haben die beteiligten Unternehmen seit Beginn des Projekts lediglich 25 Mio. EUR erhalten, fügte Papperger hinzu.

o Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle aus französischen Regierungskreisen betonte hingegen, dass das Projekt sowohl für Frankreich und Deutschland als auch für KNDS weiterhin von großer Bedeutung sei. Die Quelle sprach unter der Bedingung der Anonymität, da es sich um eine sensible Angelegenheit handelt.

o Berlin und Paris hatten sich 2017 darauf geeinigt, das deutsch-französische Main Ground Combat System (MGCS) als Nachfolger für den deutschen Leopard 2 und den französischen Leclerc zu entwickeln. Das Vorhaben wurde jedoch immer wieder von Verzögerungen überschattet.

o Die Äußerungen Pappergers fallen in eine Zeit, in der Deutschland und Frankreich laut Insidern bereits das gemeinsame Kampfflugzeugprojekt FCAS aufgegeben haben. Zudem sorgte die Führungsstruktur von KNDS zuletzt für Spannungen zwischen beiden Ländern.