Energie:
Die Rohölpreise haben sich zuletzt wieder stabilisiert. Ein Barrel Brent-Rohöl aus der Nordsee wird rund bei 64,5 USD gehandelt, während das amerikanische Rohöl (WTI) sich um 60 USD einpendelt. Grundsätzlich stützen politische Spannungen in Venezuela und im Iran die Preise, obwohl das weltweite Angebot weiterhin einen Überschuss aufweist. Die Schlagzeilen dominieren nach wie vor die Entwicklungen in Venezuela. Nach der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro hat die Trump-Regierung ihren Plan angekündigt, den venezolanischen Energiesektor auf unbestimmte Zeit zu kontrollieren. Washington will bis zu 50 Millionen Barrel Öl, das derzeit von der staatlichen PDVSA gelagert wird, vermarkten. US-Konzerne wie Chevron sowie Handelshäuser wie Vitol und Trafigura konkurrieren um entsprechende Exportverträge. Gleichzeitig beobachten Investoren auch die Lage im Iran genau: Proteste wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten und wiederholte Internetabschaltungen in mehreren Großstädten verstärken die Sorgen über die Stabilität der dortigen Produktion. Diese geopolitischen Risiken kompensieren bislang die fundamentalen negativen Signale des Marktes, der nach wie vor von einem globalen Angebotsüberschuss geprägt ist.
Metalle:
Der Kupferpreis erreichte an der London Metal Exchange (LME) ein Rekordniveau von 13 200 USD pro Tonne. Ein enger werdendes Angebot, drohende US-Zölle und Versorgungsrisiken tragen zu diesem steilen Anstieg bei. Die Rallye beim Kupfer befeuert Spekulationen über eine mögliche Fusion zwischen Rio Tinto und Glencore, bei der ein weltweit größter Bergbaukonzern mit einem kombinierten Unternehmenswert von 263 Milliarden USD entstehen könnte. Auf der Seite der Edelmetalle setzte Gold einen neuen Höchststand bei 4 630 USD. Die Spannungen in der Ukraine und die Festnahme Madurós durch die USA stärken die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Auch Käufe durch Zentralbanken unterstützen diesen Trend. Silber übertrifft dabei mit einem Anstieg von etwa 20 % seit dem 1. Januar die anderen Metalle – begünstigt sowohl durch seinen Status als „sichere Häfen“ als auch durch die industrielle Nachfrage im Zuge der Elektrifizierung.
Agrarprodukte:
Weizen verteuerte sich in Chicago auf 510 Cents pro Scheffel (Kontraktlaufzeit März 2026). Die fundamentalen Größen, die von einem reichlichen weltweiten Angebot geprägt sind, treten angesichts geopolitischer Risiken in den Hintergrund. Insbesondere erneute russische Angriffe in der Ukraine, die massive Stromausfälle im Südosten des Landes verursachten, schüren wieder Sorgen um die Versorgung über das Schwarze Meer.


















