Energie:

Die Ölpreise werden kurzfristig durch mehrere Faktoren gestützt: Zum einen haben die US-Rohöllagerbestände überraschend um 600.000 Barrel abgenommen, obwohl ein Anstieg erwartet wurde. Zum anderen sorgen steigende geopolitische Spannungen für Unsicherheit. Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur veranlassten Moskau dazu, seine Treibstoffexporte bis Jahresende zu begrenzen. Auch wenn diese Maßnahme nur einen kleinen Teil der Raffinerieprodukte betrifft, verdeutlicht sie den Einfluss des Krieges auf die russische Ölindustrie.

Gleichzeitig bleibt der Markt vorsichtig: Trotz kurzfristiger Angebotsrisiken mehren sich die Sorgen vor einem künftigen Überangebot. Zwar kündigte die OPEC+ eine Produktionsausweitung an, aber laut Reuters liegt die tatsächliche Förderung derzeit rund 500.000 Barrel pro Tag unter dem Zielwert – vor allem aufgrund chronisch unzureichender Investitionen in die Produktionskapazitäten.

Nichtsdestotrotz steht eine weitere Produktionsausweitung um 137.000 Barrel täglich zur Debatte – was am Markt die Angst vor einem Angebotsüberschuss erneut schürt. Aktuell notiert der Brent-Preis bei rund 66,80 USD, während das WTI bei 62,70 USD gehandelt wird.

Metalle:

Der Kupferpreis hat in London die symbolträchtige Marke von 10.000 USD pro Tonne wieder deutlich überschritten und liegt aktuell bei 10.412 USD (Dreimonatskontrakt am LME). Der Grund für den rapiden Preisanstieg ist ein Erdrutsch in der Grasberg-Mine von Freeport-McMoRan in Indonesien – der zweitgrößten Kupfermine der Welt. Das Unternehmen rief höhere Gewalt (Force Majeure) aus und stellte die Produktion ein.

Dieser Produktionsausfall hat die Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt – zumal die Versorgungsprognosen für 2025 und 2026 bereits zuvor nach unten revidiert wurden. Die Sorge vor einer strukturellen Angebotsknappheit wächst, was den Preis auf den höchsten Stand seit Mai 2024 trieb.

Bei den Edelmetallen bleibt Gold gefragt: Die Kombination aus einem schwachen US-Dollar, Zentralbankkäufen und geopolitischen Spannungen treibt den Preis von einem Rekord zum nächsten – auch wenn Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank herrscht.

Auch der Rest des Sektors zeigt Stärke:

  • Platin legte vergangene Woche um 9 % zu

  • Silber gewann 4,7 %

Agrarrohstoffe:

Im Agrarbereich zeigen sich starke Unterschiede:

  • Kaffee konnte vergangene Woche 3 % zulegen,

  • Kakao hingegen verlor 4 %.

Die Getreidepreise verharren derweil in einer Seitwärtsbewegung:

  • Weizen (Dezember 2025-Kontrakt) notiert bei 524 US-Cent je Scheffel,

  • Mais (gleiche Fälligkeit) liegt bei 424 Cent je Scheffel.