Energie: Die Ölmärkte durchlaufen derzeit eine Phase ausgeprägter Turbulenzen. Die Rohölpreise zeigen eine hohe Volatilität und werden von den diplomatischen Spannungen im Nahen Osten hin- und hergeworfen. Brent notiert um 69,20 US-Dollar je Barrel, während WTI in der Nähe von 64,60 US-Dollar pendelt. Im Fokus der Investoren stehen die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in Oman. Die Ankündigung dieses Treffens hatte die Preise zunächst unter Druck gesetzt, da der Markt auf eine Entspannung hoffte. Der Skeptizismus bleibt jedoch groß. Die Positionen liegen weit auseinander: Teheran will über das Atomdossier sprechen, während die Trump-Administration das iranische Programm für ballistische Raketen sowie den regionalen Einfluss des Landes ins Visier nimmt. Ein Scheitern der Gespräche könnte die geopolitische Risikoprämie umgehend wieder anheizen, zumal jüngste Vorfälle wie der Abschuss einer iranischen Drohne die Fragilität der Lage unterstreichen.

Metalle: An den Edelmetallmärkten fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Die Preise für Gold und Silber, aber auch für Platin und Palladium, schlagen in alle Richtungen aus. Auf abrupte Kurseinbrüche folgen teils spektakuläre Erholungen, während der Markt die jüngsten spekulativen Übertreibungen bereinigt. In der vergangenen Woche fiel der Goldpreis zeitweise auf rund 4.400 US-Dollar je Unze, bevor er wieder in Richtung 5.000 US-Dollar anzog. Trotz der Heftigkeit dieser Bewegungen bleiben die fundamentalen Rahmenbedingungen für Edelmetalle, insbesondere für Gold, unterstützend: Käufe der Zentralbanken, geopolitische Risiken und eine anhaltende Nachfrage nach sicheren Häfen. Bei den Industriemetallen stabilisiert sich der Kupferpreis in London bei rund 12.900 US-Dollar je Tonne. Auf Unternehmensebene haben Rio Tinto und Glencore ihre Fusionsgespräche beendet. Glencore begründete den Abbruch damit, dass die vorgeschlagenen Konditionen den Wert seiner Kupferaktiva nicht angemessen widerspiegelten. Die Transaktion hätte den weltweit größten Bergbaukonzern hervorgebracht.

Agrarrohstoffe: Kaffee gerät unter Druck. Die Terminkontrakte auf Arabica und Robusta sind in der vergangenen Woche um rund 10 % gefallen. Hintergrund ist ein gut versorgter Weltmarkt, zumal Brasilien mit einer Rekordernte rechnet. In Chicago zeigt sich der Maispreis weiterhin fest bei 432 US-Cent je Scheffel, ebenso wie Weizen, der sich bei 535 US-Cent stabilisiert (Kontrakte mit Fälligkeit März 2026).