Die indische Rupie dürfte zur Markteröffnung am Montag nachgeben. Ein sprunghafter Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen und die daraus resultierende Risikoaversion trüben die Marktstimmung, die bereits durch die hohen Ölpreise belastet ist.

Händlern zufolge wird die Rupie voraussichtlich in einer Spanne von 96,08 bis 96,12 eröffnen, nachdem sie am Freitag bei 95,9650 notierte. Zuvor hatte sie mit 96,1350 pro US-Dollar ein Allzeittief erreicht.

Die Reserve Bank of India (RBI) dürfte am Freitag interveniert haben, was der Rupie zur Erholung verhalf und sie wieder über die Marke von 96 hievte, so Marktteilnehmer. Die Zentralbank greift regelmäßig ein, um den Druck durch die hohen Ölpreise abzufedern.

Die US-Renditen sind nach oben ausgebrochen, was einen neuen Belastungsfaktor für die Rupie und andere Schwellenländerwährungen darstellt, erklärte ein Devisenhändler einer Bank.

Die Rupie werde ihren Abwärtstrend fortsetzen, wobei sich die RBI darauf konzentrieren dürfte, das Tempo des Verfalls zu steuern, fügte er hinzu.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg am Montag um vier Basispunkte auf 4,6250 % und knüpfte damit an den Sprung um 14 Basispunkte vom Freitag an. Die Erwartung dauerhaft hoher Ölpreise schürt Inflationssorgen und befeuert den Ausverkauf bei Staatsanleihen, wobei die Renditen in Europa, Großbritannien und Japan im Gleichschritt steigen.

Bis zur vergangenen Woche hatten sich die US-Renditen seit Beginn des Iran-Konflikts in einer engen Spanne bewegt, was wohl die Erwartung einer diplomatischen Lösung widerspiegelte. Dies hat sich nun geändert, da die 10-jährige Rendite einen rasanten Aufstieg verzeichnet.

Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um fast 2 % auf 111,34 USD pro Barrel, während die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des US-Iran-Konflikts ins Stocken gerieten. Ein Kernkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde angegriffen, und es wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump militärische Optionen in Bezug auf den Iran erörtern wird.

Der Dollar-Index stieg auf 99,40, während die indonesische Rupiah um mehr als 1 % einbrach und damit die Verluste unter den asiatischen Währungen anführte. Die regionalen Aktienindizes gaben im Einklang mit den US-Aktienfutures nach.

Asiatische Währungen tragen die Hauptlast der Dollarstärke und der höheren realen US-Renditen, hieß es in einer Mitteilung der MUFG Bank.