Der DAX 40 in Frankfurt beendete den Handel mit einem Plus von 2,25%, während der FTSE 100 in London um 0,67% zulegte. Der CAC 40 konnte unterdessen um 1,97% auf 8 425,13 Punkte vorrücken und verbuchte auf Wochensicht ein Plus von 2%. Damit verzeichnete der Pariser Leitindex den vierten Wochenanstieg seit Ende Februar und dem Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran.

Bilanz der wichtigsten Indizes seit Kriegsbeginn

Am Vorabend der ersten Gefechte zwischen den Kontrahenten notierte der CAC 40 noch bei 8 580,75 Punkten. Das bedeutet, dass er seine Verluste noch nicht vollständig wettmachen konnte und weiterhin mit 1,81% im Rückstand liegt. Ähnlich stellt sich die Situation beim Frankfurter DAX 40 dar, der seit dem Abend des 27. Februar 2,31% eingebüsst hat, sowie beim FTSE 100, der im gleichen Zeitraum ein Minus von 2,29% aufweist.

Im Gegensatz dazu eilten die wichtigsten Indizes in den USA in dieser Woche von einem Hoch zum nächsten. Einige, wie der S&P 500 und der Nasdaq Composite, markierten neue Rekordstände und verzeichnen seit Beginn des Nahost-Konflikts Gewinne von 3,60% bzw. 8% (einschliesslich der kräftigen Kursaufschläge vom heutigen Tag). Der Dow Jones legte im selben Zeitraum um 1,15% zu - eine Bilanz, die erst durch die heutige Performance in den positiven Bereich drehte.

Die Ereignisse der Woche

In den vergangenen Tagen konnten die Aktienmärkte eine Aufwärtsbewegung einleiten. Getragen wurde diese durch die Einstellung der Feindseligkeiten zwischen dem Iran und den USA, die Hoffnung auf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen beiden Ländern sowie den fragilen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon, der ein Treffen beider Staaten in Washington ermöglichen könnte - ein Novum seit Jahrzehnten.

Die entscheidende Nachricht und der massgebliche "Market Mover" war jedoch die Ankündigung des iranischen Aussenministers Abbas Araghchi am Freitag, dass die Strasse von Hormus ab sofort wieder "vollständig für die Handelsschifffahrt geöffnet" sei. Der Minister präzisierte, dass der Seeverkehr über Routen abgewickelt werde, die von der iranischen Organisation für Häfen und Schifffahrt koordiniert werden. Diese Ankündigung erfolgte im Rahmen der Waffenstillstandsvereinbarungen im Libanon.

Donald Trump begrüsste diesen Schritt, wies jedoch darauf hin, dass "die Seeblockade gegenüber dem Iran so lange in vollem Umfang aufrechterhalten wird, bis unsere Transaktion mit dem Iran zu 100% abgeschlossen ist. Dieser Prozess sollte sehr schnell gehen, da die meisten Punkte bereits ausgehandelt sind". Er fügte hinzu, dass "der Iran mit Unterstützung der USA alle Seeminen entfernt hat oder dabei ist, dies zu tun". Laut Bloomberg erklärte der Hausherr im Weissen Haus zudem, dass der Iran einer unbefristeten Aussetzung seines Nuklearprogramms zugestimmt habe.

Infolge dieser Nachrichten gaben die Rohölpreise massiv nach. Die Sorte WTI brach in New York um 12,70% auf 81,43 Dollar ein, während Brent aus der Nordsee 9,32% auf 89,20 Dollar verlor. Damit kehrten die Preise auf das Niveau von Anfang März zurück, als die Marktteilnehmer noch von einem kurzen Konflikt ausgingen.

Die Auswirkungen auf die entsprechenden Aktien liessen nicht lange auf sich warten. Ölproduzenten gerieten unter starken Verkaufsdruck, so verlor etwa TotalEnergies 5,25%. Im Gegensatz dazu herrschte bei den Luftfahrtgesellschaften, deren Betriebskosten zu rund 30% vom Kerosinpreis abhängen, Feierstimmung. Air France-KLM sprang insbesondere um 7,41% nach oben.

Am Devisenmarkt erholte sich der Euro gegenüber dem Greenback (+0,18%) und notierte bei 1,1804 Dollar.

Makro- und Mikroökonomie

Der jüngste Anstieg der Ölpreise hatte jedoch erwartungsgemäss Auswirkungen auf das Preisniveau. In dieser Woche nahmen die Anleger die Inflationsdaten aus Frankreich und der Eurozone zur Kenntnis, die aufgrund der Energiepreise - insbesondere für Öl - insgesamt stärker als erwartet gestiegen sind. Das Handeln der Zentralbanken zur Eindämmung der Inflation wird in den kommenden Monaten entscheidend sein.

Das Nachlassen der Feindseligkeiten und die Aussicht auf Verhandlungen zwischen den verschiedenen Akteuren des Konflikts erlaubten es den Investoren, sich wieder auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren. Die Berichtssaison der Unternehmen nimmt an Fahrt auf. In den USA legten mehrere Grossbanken, darunter Morgan Stanley, Bank of America und JP Morgan, besonders glänzende Zahlen vor.

In Frankreich hingegen standen die enttäuschenden Ergebnisse von Luxusgüterherstellern wie Kering und Hermès im Fokus, die nach der Veröffentlichung ihrer Umsatzzahlen für das erste Quartal deutlich abgestraft wurden.

Am heutigen Freitag kam man zudem nicht um den Absturz von Alstom herum, dessen Aktie den Tag mit einem heftigen Minus von 27,15% beendete. Nach vorläufigen Ergebnissen gab der Konzern einen Rückgang der operativen Marge bekannt, vor allem aber die Aufgabe des Ziels eines kumulierten freien Cashflows von 1,5 Milliarden Euro für die drei Geschäftsjahre 2024-2025 bis 2026-2027. Zudem wird die mittelfristige Prognose einer bereinigten operativen Marge von 8 bis 10% bis zum Geschäftsjahr 2026-2027 nicht erreicht werden.

Ebenfalls in Frankreich gaben Bouygues am Abend um 0,19% nach, während Orange mit einem Minus von 5,28% das Schlusslicht im CAC 40 bildete. Zusammen mit Free-Groupe iliad haben die beiden Telekommunikationsanbieter ein neues Angebot abgegeben und sind in exklusive Verhandlungen mit Altice France über die Übernahme von SFR eingetreten. Das Angebot beläuft sich auf einen Unternehmenswert von insgesamt 20,35 Milliarden Euro.