Die US-Börsen haben am Mittwoch überwiegend nachgegeben, belastet durch Sorgen, dass die Revolution der künstlichen Intelligenz eine existenzielle Bedrohung für Unternehmen vieler Branchen darstellen könnte, während der Ölpreis nach Berichten über einen möglichen Zusammenbruch der geplanten US-Iran-Gespräche deutlich anzog.

Mehr dazu weiter unten. In meiner heutigen Kolumne werfe ich einen Blick auf die jüngsten Turbulenzen beim Goldpreis, der den größten Tagesverlust seit 1983, den stärksten Anstieg seit 2008 und die höchste Volatilität aller Zeiten verzeichnete. Das ist wohl kaum das, was Käufer des sichersten Vermögenswerts der Welt erwartet hatten, oder?

Falls Sie mehr Zeit zum Lesen haben, empfehle ich Ihnen folgende Artikel, um die heutigen Marktbewegungen besser einzuordnen.

1. Während Software-Aktien einbrechen, diskutieren Anleger über die existenzielle Bedrohung durch KI

2. Schnäppchenjäger bleiben aus, Software-Abverkauf belastet die Börse

3. Anleger setzen verstärkt auf eine steilere Zinskurve unter einer von Warsh geführten Fed

4. Warnung aus "Down Under" könnte die Fed beunruhigen: Mike Dolan

5. EXKLUSIV - Die BOJ wird einen von Takaichi ausgelösten Bond-Ausverkauf nicht auffangen

Die wichtigsten Marktbewegungen des Tages

* AKTIEN: S&P 500 -0,5%, Nasdaq -1,5%, Dow +0,5%. Der britische FTSE 100 und der Euro Stoxx schließen auf Rekordhoch.

* BRANCHEN/AKTIEN: S&P 500 Technologie -2%, Energie +2%. Eli Lilly +10%, Super Micro Computer +14%, Alphabet rutscht nach Q4-Zahlen um 6% ab, erholt sich aber, AMD -17%, Palantir -11%.

* DEVISEN: Der Dollar steigt, legt am meisten gegenüber SEK und GBP im G10-Raum zu; der chinesische Yuan mit stärkstem Fixing und Spot seit Mai 2023.

* ANLEIHEN: 2-jährige US-Treasury-Rendite -1 Basispunkt, 30-jährige +1 Basispunkt; die Versteilung der Zinskurve setzt sich fort.

* ROHSTOFFE/METALLE: Öl +3% wegen US-Iran-Spannungen, Silber +3%, Gold kaum verändert, Kupfer -3%.

Gesprächsthemen des Tages

* KI-Wolken verdunkeln den Himmel

Der KI-Optimismus schlägt in Angst vor Disruption um. Die US- und Weltmärkte geraten unter Druck, da die Sorge wächst, dass künstliche Intelligenz eine deutlich negative Auswirkung auf eine Vielzahl softwareintensiver Branchen haben wird, von der Finanzwelt über die Rechtsbranche bis hin zur Softwareentwicklung.

Die Vorstellung, dass die KI-Welle alle Boote hebt, verflüchtigt sich. Investoren müssen Gewinner und Verlierer auswählen und entscheiden, wo KI verbessert und wo sie stört. Da dies eine völlig neue Welt ist, gleicht es einem Ratespiel. Die einzige Gewissheit? Mehr Volatilität.

* Weltweites Wachstum bei 3%

Nicht nur in den USA - die jüngsten PMI-Zahlen aus aller Welt zeigen, dass die Geschäftstätigkeit mit Schwung ins Jahr gestartet ist. Besonders die Industrie zieht an, und starke Auftragseingänge deuten darauf hin, dass dieser Schwung anhalten könnte.

Es gibt einige Problembereiche, insbesondere schwache Beschäftigung und hohe Preise, und Europa hinkt hinterher. Insgesamt bleibt die Produktion jedoch robust und entspricht laut Ökonomen von JPMorgan einem globalen BIP-Wachstum von 3,0%. Das ist ordentlich.

* Fed-Taube stutzt sich selbst die Flügel

Fed-Chef Jerome Powell bekräftigte letzte Woche, dass niemand im geldpolitischen FOMC einen Zinsschritt nach oben als "Basisszenario" sieht. Doch die harten Wachstums- und Aktivitätsdaten, die Finanzbedingungen und die über dem Ziel liegende Inflation sprechen dafür, dass auch weitere Lockerungen eigentlich niemandes Basisszenario sein sollten.

Die Märkte rechnen zwar überhaupt nicht mit einer Zinserhöhung, und die Preise für Zinsfutures implizieren weiterhin zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte in diesem Jahr. Aber wenn selbst der ausgesprochene Taube, Gouverneur Stephen Miran, seine Haltung etwas abschwächt und in diesem Jahr nur noch 100 statt 150 Basispunkte Senkungen fordert, wie nah ist der FOMC-Konsens daran, umzuschwenken?

Was könnte die Märkte morgen bewegen?

* Australien Handelsbilanz (Dezember)

* Taiwan Inflation (Januar)

* Indonesien BIP (Q4)

* Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank

* Einzelhandelsumsätze im Euroraum (Dezember)

* Zinsentscheidung der Bank of England

* Zinsentscheidung in Mexiko

* Rede von Tiff Macklem, Gouverneur der Bank of Canada

* US-Erstanträge Arbeitslosenhilfe

* US-"JOLTS" Stellenangebote (Dezember)

* US-Challenger-Entlassungen (Januar)

* Globale Unternehmenszahlen, darunter Amazon, Shell, Sony, KKR

* US-Notenbankvertreter, darunter Raphael Bostic, Präsident der Atlanta Fed, sprechen

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Die geäußerten Meinungen stammen vom Autor. Sie spiegeln nicht die Ansichten von Reuters News wider, das sich nach den Trust Principles zu Integrität, Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit verpflichtet.