Explodierende globale Transportkosten und durch die Krise im Nahen Osten verursachte Unterbrechungen der Lieferketten bedrohen die Bereitstellung lebensnotwendiger Hilfe für Kinder. Dies gab das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Dienstag bekannt.

Fast 100 Tage nach Ausbruch des Iran-Krieges haben die verschärfte Unsicherheit auf den zentralen Schifffahrtsrouten am Golf die Treibstoffpreise und Versicherungsprämien in die Höhe getrieben. Gleichzeitig führt die Überlastung von Ausweichhäfen zu weiteren Verzögerungen, die die Hilfslieferungen massiv behindern.

o Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF gab an, aufgrund der Verzögerungen in der Schifffahrt zunehmend auf Luftfracht angewiesen zu sein.

o Allein im ersten Quartal hat die Organisation die jährlichen Beiträge von Logistikpartnern, die Charterflüge spenden, nahezu vollständig aufgebraucht. Grund dafür waren Hilfsgüterflüge in den Libanon und nach Gaza bei gleichzeitigen Lieferverzögerungen von vier bis sechs Wochen. Dies sei beispiellos, erklärte Jean-Cedric Meeus, Leiter der globalen Transport- und Logistikabteilung von UNICEF, vor Journalisten.

o UNICEF greift zudem auf Luftfracht zurück, um auf den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zu reagieren, da die Häfen in Mombasa und Daressalam weiterhin überlastet sind.

o Nach Schätzungen von UNICEF verzögern sich einige Lieferungen mittlerweile um bis zu sechs Monate. Die Umleitung von Frachtschiffen um das Kap der Guten Hoffnung verlängere die Lieferzeiten um zwei bis vier Wochen, so Meeus.

o UNICEF teilte mit, dass das Transportbudget in Mali im ersten Quartal dieses Jahres um 36% gestiegen sei. Dies erzwinge schwierige Abwägungen: Entweder müsse die Menge an lebensrettender therapeutischer Fertignahrung (RUTF) reduziert oder in anderen Bereichen, wie etwa bei Wasser- und Sanitärprogrammen, gekürzt werden. Die Kosten für den Lkw-Transport dieser Nahrungsmittel von kenianischen Herstellern nach Somalia, in den Südsudan und in die DR Kongo sind um 30% gestiegen.

o Die Organisation berichtete zudem von Zusatzzahlungen in Höhe von 200.000 Dollar für die Umleitung von Spritzen für eine Polio-Impfkampagne in Nigeria, was einer Steigerung der Transportkosten um 56% entspricht.