--Rechnerisch kommt Unicredit auf 44,37% der Commerzbank-Anteile
--Inklusive Kaufoptionen sind Unicredit 47,59% an Commerzbank zuzurechnen
--Vollzug wird wegen ausstehender Genehmigungen noch dauern
--Commerzbank: Niedrige Annahmequote zeigt, Angebot nicht attraktiv
(NEU: Details, Kontext, Commerzbank-Stellungnahme)
Von Ulrike Dauer
DOW JONES--Unicredit hat im Zuge des Übernahmeangebots ihre Beteiligung an der Commerzbank signifikant ausgebaut, die italienische Bank bleibt aber unterhalb einer Mehrheitsbeteiligung bei den Frankfurtern.
Rechnerisch kommt Unicredit bei der Commerzbank nach Ende der weiteren Annahmefrist auf 44,37 Prozent der Anteile. Inklusive der 3,22 Prozent an Kaufoptionen über Total Return Swaps, die in Aktien getauscht werden können, sind der Unicredit laut Mitteilung 47,59 Prozent an der Commerzbank zuzurechnen.
"Der Abschluss der Angebotsfristen stellt einen weiteren Schritt bei der Umsetzung der strategischen Investition von Unicredit in die Commerzbank dar", teilte das italienische Geldhaus mit. "Unicredit ist weiterhin bestrebt, konstruktiv mit allen relevanten Interessengruppen zusammenzuarbeiten und gleichzeitig die im Zusammenhang mit ihrer Investition erforderlichen regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Verfahren voranzutreiben."
Bis zum Ende der weiteren Annahmefrist am 3. Juli um Mitternacht wurden Unicredit im Rahmen des Angebots laut Mitteilung 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient, verglichen mit 12,51 Prozent bis zum Ende der regulären Annahmefrist am 16. Juni.
Bisher hält Unicredit 26,77 Prozent an der Frankfurter Bank direkt. Rechnerisch ergibt sich aus beiden Positionen zusammengerechnet ein Anteil von 44,37 Prozent. Zusätzlich sind der Unicredit laut Mitteilung noch 3,22 Prozent an der Commerzbank über Derivate (Total Return Swaps) zuzurechnen, die in Aktien getauscht werden können. Daraus ergeben sich rechnerisch somit die zurechenbaren 47,59 Prozent.
Das Angebot, das die Unicredit am 5. Mai gestartet hatte, sieht vor, dass die Aktionäre pro angedientem Commerzbank-Anteilsschein 0,485 Unicredit-Aktien bekommen sollen. Aktionäre, die das Angebot in der regulären Frist nicht angenommen hatten, konnten dies im Rahmen einer "weiteren Annahmefrist" zwischen dem 20. Juni und dem 3. Juli tun. Der Vollzug des Angebots wird allerdings noch eine Weile dauern, bis ausstehende regulatorische Genehmigungen erteilt sind.
Die Aktien von Commerzbank und Unicredit notierten kurz nach der Ankündigung knapp 1 Prozent im Minus.
Die Commerzbank bekräftigte in einer aktuellen Stellungnahme ihre Bereitschaft zu einem "konstruktiven Dialog" mit Unicredit sowie ihre Ablehnung der Übernahme durch die italienische Bank. Sie hat immer wieder eine angemessene Prämie für die Aktionäre gefordert. Auch der zweitgrößte Aktionär, die Bundesregierung mit 12 Prozent, lehnt eine Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit ab.
Die Bank habe das Ergebnis zur Kenntnis genommen, teilte CEO Bettina Orlopp mit. "Die niedrige Annahmequote unter den unabhängigen Aktionären ist ein Beleg für die mangelnde Attraktivität des Angebots", so die Commerzbank. Die angedienten Aktien stammten überwiegend von mit der Unicredit verbundenen Banken und Parteien.
Aus Sicht der Commerzbank seien Synergien aus einem Zusammenschluss in angemessenem Umfang und Zeitrahmen realistischerweise "nur mit einer einvernehmlichen Lösung unter Einbindung der Unternehmensführung, der Arbeitnehmer und ihrer Vertreter sowie der Bundesregierung als zweitgrößtem Aktionär" zu erreichen.
"Auch in Zukunft wird der Fokus unseres Handelns auf den Interessen unserer Kundinnen und Kunden, unserer Mitarbeitenden sowie unserer Anteilseigner liegen", sagte Orlopp. "Zu den Letztgenannten zählen neben der Unicredit auch der Bund und alle Minderheitsaktionäre." Die Bank werde, als führender Finanzierungspartner des deutschen Mittelstands und mit mehr als 10 Millionen Privatkunden, auch in Zukunft ihrer Verantwortung auch gegenüber der deutschen Wirtschaft gerecht werden. Den Ausblick für das Geschäftsjahr und die Ziele 2030 bekräftigte die Commerzbank.
Kontakt zur Autorin: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/uxd/sha
(END) Dow Jones Newswires
July 08, 2026 06:09 ET (10:09 GMT)


















