In einer Erklärung an Reuters teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie habe keine Kenntnis von einem vom Wall Street Journal zitierten Schreiben des US-Justizministeriums, in dem angeblich die Kooperation bei einer französischen Untersuchung gegen die Plattform abgelehnt wird.
Die Ermittlungen, die Anfang des Jahres zu Durchsuchungen in den französischen Büroräumen von X führten, konzentrieren sich laut Pariser Staatsanwaltschaft auf Vorwürfe wie mutmaßliche Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornografie und die Erstellung von sexuellen Deepfakes.
Musk, Eigentümer von X und einer Reihe anderer Technologieunternehmen, wurde von den französischen Ermittlern für Montag, den 20. April, vorgeladen.
Auf Anfrage von Reuters erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft, ihr liege das im WSJ-Bericht erwähnte Schreiben nicht vor, und fügte hinzu, dass "die französische Verfassung die Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit der Justiz garantiert".
Die französischen Behörden hatten Musk im Februar im Rahmen einer seit einem Jahr laufenden, sich ausweitenden Untersuchung zur Befragung vorgeladen.
"Diese Untersuchung versucht, das Strafrechtssystem in Frankreich zu nutzen, um einen öffentlichen Raum für den freien Austausch von Ideen und Meinungen in einer Weise zu regulieren, die dem ersten Verfassungszusatz der Vereinigten Staaten widerspricht", hieß es in dem vom Journal eingesehenen Brief.
Musk teilte den WSJ-Artikel am Samstag auf X und kommentierte: "In der Tat, das muss aufhören."
Es blieb unklar, ob Musk zur Anhörung in der nächsten Woche erscheinen wird. Die Pariser Staatsanwaltschaft betonte, dass die Anwesenheit von X-Führungskräften kein Hindernis für die Fortführung der Ermittlungen darstelle.
X ist seit der Übernahme der Plattform durch Musk in mehreren Ländern ins Visier von Regulierungsbehörden und Regierungen geraten. Dabei prüfen die Behörden unter anderem die Inhaltsmoderation, Datenpraktiken und die Einhaltung lokaler Gesetze.
Die Staatsanwaltschaft gab an, dass sich die Ermittlungen nach Beschwerden französischer Abgeordneter und Interessengruppen darauf konzentrieren, ob die Algorithmen von X die Behandlung von Inhalten auf der Plattform verzerrt haben und ob das Unternehmen Nutzerdaten unrechtmäßig extrahiert hat.
Das US-Justizministerium, X und das französische Justizministerium reagierten nicht auf eine Reuters-Anfrage zur Stellungnahme.



























