Donald Trump hat sich klar positioniert: Bereits ab 2027 peilt er ein Verteidigungsbudget von rund 1,5 Billionen US-Dollar an – ein Anstieg um 50 % gegenüber 2026. Für die Rüstungskonzerne wäre das ein weiterer Geldsegen, nachdem sie seit 2022 bereits von der Beschleunigung im Sektor profitieren.

Raketen und Schiffbau treiben die Aufträge

In den USA spiegelt sich diese Dynamik in einer über zwölf Monate hinweg positiven Book-to-Bill-Ratio wider – ein Indikator dafür, dass die Auftragseingänge die Umsätze übersteigen.

General Dynamics verbucht folglich umfangreiche Bestellungen für Munition, gepanzerte Fahrzeuge und Marinesysteme und berichtet von „sehr soliden“ Nachfragesignalen seitens der Administration. Das Marine-Segment des Konzerns legte im vierten Quartal 2025 um 22 % zu.

Auch Lockheed Martin, RTX, Northrop Grumman und L3Harris verweisen auf eine robuste Nachfrage nach Raketen. Besonders deutlich wird dies am neuen mehrjährigen Vertrag von Lockheed über PAC-3-MSE-Abfangraketen.

Die Zahlen unterstreichen diese Entwicklung: Bei Lockheed Martin verzeichnete die Sparte Missiles and Fire Control im vierten Quartal 2025 ein Wachstum von 18 % gegenüber dem Vorjahr und rechnet für 2026 mit einem Umsatzplus von 14 %.

Steigende Verpflichtungen in Europa

Auch auf dem alten Kontinent sind die Budgetzusagen in den vergangenen 18 Monaten deutlich gestiegen und stützen die Nachfrage über das Jahr 2030 hinaus. Zwischen 2021 und 2025 erhöhten sich die Verteidigungsausgaben laut Rat der Europäischen Union um 63 % und erreichten 2025 rund 380 Milliarden Euro.

Am 16. Oktober 2025 erzielten der Rat und das Europäische Parlament zudem eine vorläufige Einigung über das European Defence Industry Programme (EDIP). Im Rahmen dieses Programms will die EU für den Zeitraum 2025 bis 2027 Fördermittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bereitstellen, um die europäische Verteidigungsindustrie zu stärken.

Nach Einschätzung der Bank of America dürfte die Book-to-Bill-Ratio in Europa daher bis 2030 über 1,2x bleiben, da die höheren Verteidigungsbudgets der europäischen NATO-Mitgliedstaaten wirksam werden.

Seit Mitte 2023 befindet sich der Sektor im Aufwärtstrend, klar angeführt von Thales, Rheinmetall und BAE Systems. Auch Kongsberg, Indra und Saab verzeichnen kräftiges Wachstum – getragen von Raketenprogrammen (Naval & Joint Strike Missiles), dem FCAS- und Eurofighter-Programm bei Indra sowie den Dynamics-Aktivitäten von Saab.

Nach Einschätzung der Bank of America sind BAE Systems (insbesondere die Sparte Electronic Systems nach der Übernahme von Ball Aerospace), Leonardo über DRS sowie Renk am besten positioniert, um vom steigenden US-Verteidigungshaushalt zu profitieren. Diese Unternehmen sind am stärksten in den Segmenten Raketen, Luftverteidigung und Schiffbau engagiert. Der Broker bekräftigt zudem seine Kaufempfehlung für alle drei Titel.