Portugal rechnet damit, dass die Privatisierung der nationalen Fluggesellschaft TAP nicht nur große europäische Airlines, sondern auch außerhalb der Europäischen Union tätige Fluggesellschaften anziehen wird. Grund dafür sei das bislang ungenutzte Potenzial des Unternehmens, sagte Premierminister Luis Montenegro am Dienstag.
Am Donnerstag hatte Portugal die lang verzögerte Privatisierung von TAP neu gestartet. Ziel ist es, einen Anteil von 44,9% an eine Airline zu verkaufen, die globale Reichweite und Wettbewerbsfähigkeit einbringen kann. Zusätzlich sollen 5% der Anteile den TAP-Mitarbeitern angeboten werden.
Drei große europäische Fluggesellschaften - Lufthansa, Air France-KLM und der British-Airways-Mutterkonzern IAG - haben im vergangenen Jahr bereits Gespräche mit der Regierung über TAP geführt.
Air France-KLM bestätigte nach der Ankündigung am Donnerstag sein Interesse und erklärte, man werde "an diesem Prozess teilnehmen, sobald alle Details bekannt sind".
Montenegro sagte, er erwarte auch von außereuropäischen Fluggesellschaften Interesse, nannte jedoch keine potenziellen Bieter. Auf einer Pressekonferenz erklärte er, TAP habe, eingebettet in einen größeren Konzern mit erhöhter Synergie-Fähigkeit, ein bislang ungenutztes, sehr positives, attraktives und wertvolles Potenzial.
Das Verkaufsmodell für die portugiesische Fluggesellschaft erlaubt es einer Airline, sich mit Investmentfonds und privaten Investoren zusammenzuschließen und ein gemeinsames Angebot abzugeben.
Zu den attraktivsten Vermögenswerten von TAP zählen die Verbindungen von ihrem Drehkreuz in Lissabon nach Brasilien, in portugiesischsprachige afrikanische Länder sowie in die USA - Strecken, die die Regierung erhalten und sogar ausbauen will.
Montenegro betonte zudem, dass Portugal die Flughafen-Kapazitäten in den Städten Porto und Faro sowie in den autonomen Regionen Madeira und Azoren ausbauen möchte.



















