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AMS rutscht nach Osram-Übernahme in rote Zahlen

06.11.2020 | 08:51

Unterpremstätten (awp) - Der Sensorhersteller AMS hat im dritten Quartal ist mit der Übernahme des deutschen Traditionskonzerns Osram zwar deutlich gewachsen, hat aber operativ klar weniger verdient. Unter dem Strich rutschte das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen wegen Sonderkosten für die Übernahme in die roten Zahlen.

Der Gruppenumsatz stieg auf 1,43 Milliarden US-Dollar nach 679 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, wie das österreichische Unternehmen am Freitag mitteilte. Der deutsche Osram-Konzern ist nun erstmals in den Büchern von AMS enthalten. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) der Gruppe fiel um zwei Drittel auf 60 Millionen Dollar.

Unter dem Strich wies AMS einen Verlust von 143 Millionen Dollar aus nach einem Überschuss von 166 Millionen im Vorjahr. Aber auch ohne Sonderkosten wäre der Reingewinn um rund 95 Prozent auf 11 Millionen Dollar geschrumpft. Das liegt an der neuen Tochter Osram, die in den roten Zahlen steckt.

Erfreuliches Geschäft

Ohne Osram hat AMS alleine in seinem bisherigen Geschäft 564 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Der bereinigte (EBIT) wäre auf 128 Millionen Dollar gesunken. Das AMS-Geschäft alleine habe sich im dritten Quartal trotz der Pandemie erfreulich entwickelt, schrieben die Österreicher.

Gegenüber dem Frühlingsquartal habe man dank einer robusten Nachfrage für Produkte für Endkonsumenten stark zulegen können. AMS stellt unter anderem Sensoren für Smartphones her, die beispielsweise zur Gesichtserkennung dienen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der grösste Kunde der iPhone-Produzent Apple ist.

Die Geschäftsbereiche Automotive, Industrie und Medizintechnik verzeichneten eine insgesamt positivere Entwicklung im dritten Quartal. Die Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft liessen nach, hiess es. Die Nachfrage im Industriegeschäft sei noch gedämpft, aber deutlich weniger beeinträchtigt als noch in den Monaten zuvor, hiess es.

Produktion von Corona-Testkits startet

Das Medizintechnikgeschäft verzeichnete laut AMS positive Ergebnisse. Dort beginne nun die Produktion eines Corona-Testkits mit einem AMS-Sensor, der Covid-19-Antikörper entdecken könne. Dabei arbeitet AMS mit dem Testanbieter Senova zusammen. Zu Covid-19-Testverfahren befinde sich AMS in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem nordamerikanischen Partner und in Kontakt mit Regierungsbehörden in Europa, hiess es.

Für das vierte Quartal bestätigte der österreichische Konzern seinen Ausblick. Das bisherige AMS-Geschäft solle einen Umsatz von 650 bis 690 Millionen Dollar erreichen. Die bereinigte operative EBIT-Marge für AMS wird bei 24 bis 27 Prozent erwartet.

Osram bleibt in roten Zahlen

Der angeschlagene Lichtkonzern Osram hat trotz einer Erholung auch im Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres (per Ende September) unter den Folgen der Coronakrise gelitten und erneut rote Zahlen geschrieben.

Immerhin konnte das Münchner Unternehmen den Verlust unter dem Strich auf 89 Millionen Euro eindämmen. Im vierten Quartal 2019 hatte Osram noch ein Defizit von 213 Millionen Euro erlitten. Der Umsatz schrumpfte um ein Fünftel auf 739 Millionen Euro.

Osram verwies darauf, dass sich im letzten Jahresviertel in den beiden grossen Sparten Opto Semiconductor und im Automotive-Segment eine Besserung angedeutet habe. Seine bereits im September abgegebene Prognose für das seit Anfang Oktober laufende neue Geschäftsjahr 2020/2021 bestätigte Osram.

AMS will nun die Integration von Osram vorantreiben und beschleunigen. "AMS wird die komplementären Stärken von AMS und Osram vereinen, um in den nächsten Jahren ein deutlich profitables gemeinsames Unternehmen zu schaffen."

jb/ra


© AWP 2020
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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APPLE INC. -0.46%128.1999 verzögerte Kurse.-1.36%
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Finanzkennziffern
Umsatz 2020 3 382 Mio 4 099 Mio 3 639 Mio
Nettoergebnis 2020 -43,5 Mio -52,7 Mio -46,8 Mio
Nettoverschuldung 2020 2 235 Mio 2 709 Mio 2 405 Mio
KGV 2020 490x
Dividendenrendite 2020 0,05%
Marktkapitalisierung 5 564 Mio 6 770 Mio 5 987 Mio
Marktkap. / Umsatz 2020 2,31x
Marktkap. / Umsatz 2021 1,42x
Mitarbeiterzahl 8 609
Streubesitz 97,4%
Chart AMS AG
Dauer : Zeitraum :
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Revisionen zum Gewinn/Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
NameTitel
Alexander Friedrich Everke Chief Executive Officer
Hans Jörg Kaltenbrunner Chairman-Supervisory Board
Thomas Stockmeier Chief Operating Officer
Ingo Bank Chief Financial Officer
Guido Klestil Honorary Chairman
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkapitalisierung (M$)
AMS AG13.17%6 770
TAIWAN SEMICONDUCTOR MANUFACTURING COMPANY LIMITED11.70%547 910
NVIDIA CORPORATION1.11%326 838
INTEL CORPORATION14.31%242 807
BROADCOM INC.3.25%183 863
QUALCOMM INCORPORATED3.33%181 921