Der COVID-19-Impfstoffhersteller BioNTech hat sich von einer globalen Koalition gegen Infektionskrankheiten eine Finanzierung von bis zu 145 Millionen Dollar gesichert, um in Afrika ein Produktionsnetzwerk fur Impfstoffe aufzubauen, die auf einer hochmodernen Boten-RNA-Technologie (mRNA) basieren.

BioNTech und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) erklarten am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklarung, dass die finanzielle Unterstutzung Teil einer erweiterten Partnerschaft sei, in deren Rahmen das deutsche Biotech-Unternehmen eine mRNA-Impfstofffabrik in Ruandas Hauptstadt Kigali errichtet.

Ein zukunftiges afrikanisches Netzwerk konnte erschwingliche Impfstoffe zur Bekampfung von Malaria, Mpox, Tuberkulose oder anderen Gesundheitsbedrohungen produzieren, fugten sie hinzu.

"BioNTech und CEPI beabsichtigen, gemeinsam zu arbeiten, um schnell auf Ausbruche auf dem afrikanischen Kontinent zu reagieren, die durch bekannte virale Bedrohungen oder einen noch unbekannten Erreger mit epidemischem oder pandemischem Potenzial verursacht werden", sagten sie.

Die von CEPI zugesagten Mittel kommen zu den bis zu 90 Millionen Dollar hinzu, die die Koalition BioNTech im September zur Unterstutzung der Entwicklung von Mpox-Impfstoffkandidaten gewahrt hat.

BioNTech erklarte im Dezember, dass es die Produktion in der modularen mRNA-Impfstofffabrik in Ruanda im Jahr 2025 aufnehmen wolle, der ersten mRNA-Impfstoffproduktionsstatte eines auslandischen Unternehmens auf dem Kontinent.

Damals erklarte BioNTech, dass es die Anlage vollstandig finanziert und insgesamt 150 Mio. $ zugesagt habe.

Das Unternehmen, das zusammen mit dem US-Partner Pfizer den in der westlichen Welt am weitesten verbreiteten COVID-19-Impfstoff entwickelt hat, legte 2022 einen ersten Plan vor, der es afrikanischen Landern ermoglichen sollte, seine Impfstoffe unter der Aufsicht von BioNTech herzustellen.

Der Konkurrent Moderna hat im April seine Plane zum Bau einer Impfstoffproduktionsanlage in Kenia auf Eis gelegt, nachdem die Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen nach der Pandemie zuruckgegangen war. (Berichterstattung durch Ludwig Burger, Bearbeitung durch Madeline Chambers und Mark Potter)