Die Anleger strömen in auf Anleihen fokussierte US-Börsenfonds, und einige Branchenteilnehmer glauben, dass die Zuflüsse im Jahr 2024 Rekorde erreichen könnten, wenn das aktuelle Tempo anhält.

Daten von Morningstar Direct zeigen, dass US-Anleihen-ETFs in diesem Jahr bis Donnerstag Nettozuflüsse in Höhe von 109 Milliarden US-Dollar verzeichnet haben. Die Zuflüsse in diese Kategorie könnten in diesem Jahr einen Rekordwert von 250 Milliarden Dollar erreichen und damit den Rekord von 210 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2020 übertreffen, so Morningstar.

Während Anleihen-ETFs gemessen am verwalteten Vermögen weniger als 18% des gesamten ETF-Marktes ausmachen, haben sie seit Jahresbeginn 29% aller Zuflüsse erhalten, wie die Daten des Unternehmens zeigen.

"Anleihen-ETFs sind stärker als ihr Gewicht", sagte Bryan Armour, ETF-Analyst bei Morningstar.

Die Anleiherenditen sind in den letzten Jahren in die Höhe geschossen, als die Federal Reserve die Zinsen anhob, um die steigende Inflation zu bekämpfen, was die Anleihefonds für einkommenssuchende Anleger noch attraktiver machte. Die Zentralbank hat Anfang dieser Woche ihre vorsichtige Haltung in Bezug auf die Senkung der Kreditkosten bekräftigt, bis eine Abkühlung der Inflation deutlicher zu erkennen ist.

Einige Branchenteilnehmer glauben, dass Anleger ihre Bestände an Renten-ETFs weiter aufstocken könnten, wenn die Fed einer Lockerung der Geldpolitik näher zu kommen scheint.

"Wir sind der Ansicht, dass sich sehr bald eine Wand aus Geld in Bewegung setzen könnte", sagte Stephen Laipply, Global Co-Head of iShares Fixed Income ETFs bei BlackRock , am Donnerstag auf einer Konferenz für Anleiheninvestitionen in Boston.

Laut Morningstar haben die Marktteilnehmer in diesem Monat bisher netto $14,91 Milliarden in Anleihen-ETFs investiert, was 45% aller Zuflüsse in ETFs ausmacht. Zum Vergleich: Im Mai beliefen sich die Zuflüsse auf 26,9 Mrd. USD bzw. 31% aller Zuflüsse und in den letzten drei Jahren lag der monatliche Durchschnitt bei 17,1 Mrd. USD. (Berichterstattung von Suzanne McGee; Redaktion: Cynthia Osterman)