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Konjunkturausblick Commerzbank-Research: Der Ausnahmezustand wird Normalität mehr

27.11.2020 | 12:53

27. November 2020

Konjunkturausblick Commerzbank-Research: Der Ausnahmezustand wird Normalität
  • Chefvolkswirt Jörg Krämer: 'Nach einem harten Lockdown-Winter setzt eine kräftige wirtschaftliche Erholung ein'
  • Wachstumsprognose 2021: 4,5% für Deutschland, 5,0% für den Euroraum, 4,0% für USA
  • DAX-Jahresendprognose 2021 bei 14.200 Punkten
  • Euroraum-Kerninflation im Jahresdurchschnitt 2021 nur bei 0,8%

Euroraum im Lockdown: Nicht nur das laufende Quartal, sondern auch das erste Quartal 2021 wird von Lockdowns geprägt sein. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte im Winterhalbjahr fallen. 'Für Deutschland rechnen wir mit einer technischen Rezession, auch wenn sich die Industrie gut hält', sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer. Im Frühjahr dürfte allerdings eine kräftige Erholung einsetzen. Erstens dürfte das Infektionsgeschehen wegen der wärmeren Temperaturen abklingen. Zweitens sollten breitangelegte Impfungen ab Herbst zu einer ausreichenden Immunisierung der Bevölkerung führen. Drittens werden die Konsumenten einen Teil der hohen Ersparnisse, die sie insbesondere im Frühjahr gebildet hatten, ausgeben. 'Nach unseren Schätzungen summieren sich diese Corona-Ersparnisse in Deutschland auf beträchtliche 4% der verfügbaren Einkommen', kommentiert Dr. Jörg Krämer. Spätestens Ende des kommenden Jahres wird die deutsche Wirtschaft wie auch die meisten Länder des Euroraums wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen. Für den Jahresdurchschnitt 2021 erwarten die Commerzbank- Volkswirte für Deutschland ein Wachstum von 4,5% und für den Euroraum von 5,0%; sie sind damit optimistischer als der Durchschnitt der Volkswirte.

Finanzpolitik: Lockerungen über 2021 hinaus

Die Rolle des Staates bei der Pandemiebekämpfung als auch bei der Eindämmung ihrer wirtschaftlichen Folgen hat zu dessen gestiegener Akzeptanz geführt. 'Der wiedererwachte Glaube an den Staat begünstigt ein Klima, in dem die Wirtschaftspolitik noch lange im Corona-Modus bleibt, auch wenn der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts wieder wettgemacht sein wird', kommentiert Dr. Jörg Krämer. 'Die EU-Finanzpolitik wird es den Staaten des Euroraums noch lange nach dem Abklingen der Krise gestatten, Haushaltsdefizite von über 3% des BIP einzugehen. Auch der Corona Wiederaufbaubaufonds in Höhe von 750 Mrd. Euro, der Anfang 2021 an den Start gehen dürfte, steht für diese Zeitwende', so Dr. Jörg Krämer. Die Commerzbank-Volkswirte schätzen, dass die EU in den kommenden beiden Jahren gut 400 Mrd. Euro in Form von Krediten und nicht rückzahlbaren Zuschüssen auszahlen wird. Dies entspricht im Schnitt 1,6 % des EU-Bruttoinlandsprodukts.

EZB: Im Dezember nicht das letzte Lockerungspaket

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie entsprechen die Nettoanleihekäufe der EZB den gesamten Nettoemissionen der EU-Mitgliedsstaaten. 'Die EZB finanziert seit dem Ausbruch des Virus die gesamten Haushaltsdefizite', erläutert Dr. Jörg Krämer. Nach Einschätzung der Commerzbank-Volkswirte wird die EZB das PEPP-Anleihekaufprogramm um sechs Monate bis mindestens Ende 2021 verlängern und das Volumen um 600 Mrd. auf 1.950 Mrd. Euro erhöhen. Eine Zinssenkung wird nicht mehr erwartet, allerdings ein weiteres Aufstocken der Anleihekäufe Mitte 2022.

Mit Aussicht auf eine längerfristig sehr expansive Finanz- und Geldpolitik wird sich die Vermögens-preisinflation fortsetzen. So dürfte beispielsweise die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen in den kommenden zwei Jahren weiter im negativen Bereich notieren und nach Einschätzung des Commerzbank- Research um die Marke von -0,5% schwanken. Für den DAX wird 2021 ein weiterer Anstieg prognostiziert (Jahresendziel: 14.200), obwohl das Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits deutlich über dem Zehnjahres-durchschnitt liegt. 'Dass sich die lockere Geldpolitik weiter in steigenden Vermögenspreisen entlädt, liegt daran, dass die Verbraucherpreisinflation in den kommenden Jahren niedrig bleiben sollte,' erläutert Dr. Jörg Krämer. Für den Durchschnitt des kommenden Jahres erwarten die Commerzbank-Volkswirte eine Kerninflation (Inflation ohne Energie-, Nahrungs- und Genussmittel) von lediglich 0,8%, wobei sie nach dem Abklingen der Infektionswelle vorübergehend leicht steigen wird.

Wachstumsprognosen Commerzbank Research

2021 2020
Euroraum 5,0 5,0
- Deutschland 4,5 4,5
Großbritannien 5,5 4,5
USA 4,0 3,5
China 8,0 5,0
Welt 5,2 3,7
US-Dollar (je Euro per Jahresende) 1,24 1,28

*****
Pressekontakt:
Bernd Reh +49 69 136-46971

*****
Über die Commerzbank
Die Commerzbank ist eine führende, international agierende Geschäftsbank mit Standorten in knapp 50 Ländern. In zwei Geschäftsbereichen - Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden - bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen, das genau auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Die Commerzbank wickelt rund 30 % des deutschen Außenhandels ab und ist Marktführer im deutschen Firmenkundengeschäft. Die Bank stellt ihre Sektorexpertise ihren Firmenkunden im In- und Ausland zur Verfügung und ist ein führender Anbieter von Kapitalmarktprodukten. Ihre Tochter mBank in Polen ist eine innovative Digitalbank. Mit der Integration der Comdirect vereint die Commerzbank die Leistungen einer der modernsten Onlinebanken in Deutschland mit persönlicher Beratung vor Ort. Insgesamt betreut die Bank bundesweit rund 11,6 Millionen Privat- und Unternehmerkunden sowie weltweit über 70.000 Firmenkunden, multinationale Konzerne, Finanzdienstleister und institutionelle Kunden. Die polnische Tochtergesellschaft mBank S.A. betreut rund 5,7 Millionen Privat- und Firmenkunden, überwiegend in Polen, aber auch in der Tschechischen Republik und der Slowakei. Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Commerzbank mit rund 48.500 Mitarbeitern Bruttoerträge von 8,6 Milliarden Euro.

Disclaimer
Diese Mitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Dabei handelt es sich um Aussagen, die keine Tatsachen der Vergangenheit beschreiben. Solche Aussagen in dieser Mitteilung betreffen unter anderem die erwartete zukünftige Geschäftsentwicklung der Commerzbank, erwartete Effizienzgewinne und Synergien, erwartete Wachstumsperspektiven und sonstige Chancen für eine Wertsteigerung der Commerzbank sowie die erwarteten zukünftigen finanziellen Ergebnisse, Restrukturierungsaufwendungen und sonstige Finanzentwicklungen und -angaben. Diese in die Zukunft gerichteten Aussagen basieren auf aktuellen Planungen, Erwartungen, Schätzungen und Prognosen des Vorstands. Sie sind von einer Reihe von Annahmen abhängig und unterliegen bekannten und unbekannten Risiken, Unsicherheiten und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen wesentlich von jenen abweichen, die durch diese in die Zukunft gerichteten Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. Solche Faktoren sind etwa die Verfassung der Finanzmärkte in Deutschland, Europa, den USA und in anderen Regionen, in denen die Commerzbank einen erheblichen Teil ihrer Erträge erzielt und einen erheblichen Teil ihrer Vermögenswerte hält, die Preisentwicklung von Vermögenswerten und Entwicklung von Marktvolatilitäten, insbesondere aufgrund der andauernden europäischen Schuldenkrise, der mögliche Ausfall von Kreditnehmern oder Kontrahenten von Handelsgeschäften, die Umsetzung ihrer strategischen Initiativen zur Verbesserung des Geschäftsmodells, die Verlässlichkeit ihrer Grundsätze, Verfahren und Methoden zum Risikomanagement, Risiken aufgrund regulatorischer Änderungen sowie andere Risiken. In die Zukunft gerichtete Aussagen gelten deshalb nur an dem Tag, an dem sie gemacht werden. Die Commerzbank ist nicht verpflichtet, die in dieser Mitteilung enthaltenen, in die Zukunft gerichteten Aussagen auf den neuesten Stand zu bringen oder abzuändern, um Ereignisse oder Umstände zu reflektieren, die nach dem Datum dieser Mitteilung eintreten.

Download der Pressemitteilung(PDF, 240 kB)

Commerzbank AG veröffentlichte diesen Inhalt am 27 November 2020 und ist allein verantwortlich für die darin enthaltenen Informationen.
Unverändert und nicht überarbeitet weiter verbreitet am 27 November 2020 11:52:02 UTC.


© Publicnow 2020
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Finanzkennziffern
Umsatz 2020 8 332 Mio 10 091 Mio 8 976 Mio
Nettoergebnis 2020 -1 701 Mio -2 060 Mio -1 833 Mio
Nettoverschuldung 2020 - - -
KGV 2020 -3,65x
Dividendenrendite 2020 -
Marktkapitalisierung 6 783 Mio 8 205 Mio 7 307 Mio
Wert / Umsatz 2020 0,81x
Wert / Umsatz 2021 0,79x
Mitarbeiterzahl 47 912
Streubesitz 84,4%
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Anzahl Analysten 22
Mittleres Kursziel 5,62 €
Letzter Schlusskurs 5,42 €
Abstand / Höchstes Kursziel 29,2%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 3,68%
Abstand / Niedrigstes Ziel -24,3%
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NameTitel
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