Das in der malerischen Stadt Treviso ansässige Unternehmen hat vor einigen Jahren mit einer Diversifizierung begonnen. Kaffee und entsprechende Maschinen machen immer noch etwa 60% des Umsatzes aus (50% für den Hausgebrauch und 10% für den professionellen Einsatz), während die Produktlinien für die kulinarische Zubereitung mittlerweile für ein Viertel der Einnahmen verantwortlich sind. Die Sparte für Komfortgeräte stagniert bei etwa 7% des Umsatzes.

In Zahlen ausgedrückt, sieht alles ziemlich positiv aus: Das Unternehmen zielt auf ein Umsatzwachstum von 9 bis 11% für dieses Jahr ab und strebt mittelfristig ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Bereich an, was langfristige Anleger sicherlich zufriedenstellen dürfte, zumal das historische jährliche interne Wachstum bei 6% liegt.

Um diese Ziele zu erreichen, hat De’Longhi zahlreiche Trümpfe in der Hand. Der Haushaltskaffee profitiert von einem günstigen Produktmix und gut etablierten Marken, während der professionelle Kaffee ebenfalls zufriedenstellend abschneidet, teilweise dank der jüngsten Übernahme der Premium-Maschinenmarke La Marzocco, die allein im ersten Quartal einen Umsatz von 21 Millionen Euro erzielte.

Auch aus dem Segment der Küchengeräte kommen positive Nachrichten, dank einer exzellenten Positionierung und der Fähigkeit, die hohe Nachfrage nach Mixern (Marke Nutribullet mit Margen über 20%) zu bedienen. Hier profitiert De’Longhi auch von seiner starken Innovationskraft, um Kunden anzuziehen, insbesondere mit den Kenwood-Küchenmaschinen.

Schließlich kann das Unternehmen seine "Festungsbilanz" nutzen, um strategische Akquisitionen fortzusetzen, da die Nettoliquidität am Jahresende auf 503 Millionen Euro geschätzt wird (Schätzung von Oddo BHF), ergänzt durch eine solide Generierung von freiem Cashflow (zwischen 280 und 320 Millionen Euro) sowie ein gutes Management des Working Capital (Betriebskapitals) und der Capex (Wachstumsinvestitionen).

Auch in Bezug auf die Rentabilität sieht die Lage beruhigend aus, da die Inflation der wichtigsten Produktionskosten (Rohstoffe, Fracht und elektronische Komponenten) nachgelassen hat und das Marketing- und Kommunikationsbudget durchaus angemessen bleibt. Der Anstieg der Löhne dämpft diese positiven Faktoren nur geringfügig, die insgesamt deutlich günstig sind.

Zusammengenommen erscheinen uns diese Argumente in einer eher niedrigen Bewertung nicht vollständig berücksichtigt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16x für dieses Jahr könnte langfristig orientierten Anlegern hier eine interessante Gelegenheit geboten werden.