--Aktie verliert in der Spitze 10 Prozent

--Keine Einigung zu "Übernahmebedingungen" erreicht

(NEU: Details, Kontext, Analystenstimme, Kursreaktion)

Von Ulrike Dauer

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktie von Delivery Hero ist am Donnerstagvormittag der größte Verlierer im MDAX, nachdem der Berliner Lieferkonzern am Vorabend den Abbruch der Verhandlungen zum Verkauf seines Foodpanda-Geschäfts in bestimmten Märkten in Südostasien bekannt gegeben hat. Am späten Vormittag notierte die Delivery-Hero-Aktie gut 8 Prozent im Minus, in der Spitze hatte sie gut 10 Prozent verloren. Der MDAX lag 0,8 Prozent im Plus. Nach Einschätzung von Citi verringert die Absage der Gespräche das Potenzial für eine "erhebliche kurzfristige Wertkristallisierung und eine weitere Stärkung der Bilanz". Die Analysten gehen aber weiterhin davon aus, dass Delivery Hero - auch ohne den Verkaufserlös - in der Lage ist, alle fällig werdenden Schulden zu refinanzieren, "indem es die verfügbare Liquidität und die zukünftige Cash-Generierung nutzt".

Der Lieferkonzern teilte am Mittwochabend mit, die Parteien hätten "keine endgültige Einigung über die Übernahmebedingungen erzielen" können. Der geplante Verkauf habe die Aktivitäten in ausgewählten Märkten in Südostasien wie Singapur, Malaysia, Philippinen, Thailand, Kambodscha, Myanmar und Laos betroffen.

Darüber hinaus machte der Konzern zunächst keine Angaben. Woran genau die Gespräche letztendlich scheiterten, ist unklar. Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg signalisierte jüngst in einem Interview mit dem Handelsblatt, dass ein Käufer mehr auf den Tisch legen müsste als die 1 Milliarde Euro, die die Nachrichtenagentur Bloomberg genannt hatte.

Delivery Hero hatte im September 2023 die Verhandlungen über einen möglichen Verkauf seiner Foodpanda in mehreren Märkten in Südostasien bestätigt. In Südostasien stagniert das Geschäft, seit die Lockdown-Restriktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie weggefallen sind.

Anfang Februar war die Delivery-Hero-Aktie auf einen Tiefststand gefallen, als Marktgerüchte die Runde machten, der mögliche Verkauf könnte geplatzt sein. Die New Straits Times aus Malaysia hatte zuvor berichtet, dass die Verhandlungen gescheitert seien.


   Schuldenabbau im Fokus 

Vergangene Woche hat Delivery-Hero-Management sich bemüht, Befürchtungen zu zerstreuen, das Unternehmen benötige eine Kapitalspritze über Kapitalerhöhungen oder Verkaufserlöse, um seine in den kommenden Jahren fällig werdenden Schulden zu bedienen.

Im laufenden Jahr will Delivery Hero einen positiven Free Cashflow generieren, basierend auf der aktuellen Zusammensetzung der Gruppe, also ohne mögliche Verkäufe oder Zukäufe. Außerdem wolle Delivery Hero künftig "substanzielle Cashflows" erwirtschaften, die die fällig werdenden Verbindlichkeiten des MDAX-Konzerns übersteigen. CFO Emmanuel Thomassin betonte im Interview mit Dow Jones Newswires, der Konzern wolle durch das zuverlässige Bedienen aller derzeit fälligen Schulden "aus eigener Kraft" - also ohne Kapitalerhöhung oder Verkaufserlöse - mittelfristig ein besseres Kreditrating bekommen und dadurch wiederum die Finanzierungskonditionen für aktuelle und künftige Schulden verbessern.

Kontakt zu den Autoren: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/uxd/jhe

(END) Dow Jones Newswires

February 22, 2024 05:33 ET (10:33 GMT)