(neu: Kurs, Analysten und Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Anleger von Deutsche Euroshop haben am Freitag nach dem Halbjahresbericht die Handbremse gezogen. Vorbörslich sah es zwar danach aus, als ob eine steigende Tendenz bei den Mietumsätzen bei den Anlegern gut ankommt. Im Xetra-Handel rutschten sie aber dann um 2,8 Prozent auf 12,30 Euro ab. Wie am Vorabend nach Börsenschluss vermeldet, war der Einkaufszentren-Investor im ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise in die Verlustzone gerutscht.

Am Markt hieß es, die faktische Entwicklung sei im zweiten Quartal sehr trübe gewesen. Einige Händler zeigten sich zwar zuerst durchaus ermutigt davon, dass sich das operative Geschäft seit Mai stabilisiert und die Mietumsätze im Juni weiter stiegen. Vor dem Hintergrund der Gefahr einer erneuten Schließung von Läden hoben Analysten dann aber die hohe Unsicherheit hervor, was die weitere Entwicklung der Geschäfte betrifft.

Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg rechnet mit langwierigen Mieterverhandlungen und einem letztlich weiter sinkenden Mietniveau. Er geht außerdem davon aus, dass der Wert des Immobilienbesitzes unter Druck bleiben wird. Sein Kollege Andre Remke von der Baader Bank sieht den Startschuss zu einer Neubewertung der Aktie vorerst nicht gegeben.

Vom Corona-Crash, der die Aktien um 60 Prozent einbrechen ließ bis auf ein Tief unter 10 Euro, haben sie sich bislang nur in vergleichsweise kleinem Ausmaß erholt. Den gegenwärtigen Nettovermögenswert (EPRA NAV) bezifferte Deutsche Euroshop am Vorabend auf 39,73 Euro. Auf dem aktuellen Kursniveau nahe 12 Euro bedeutet dies einen 70-prozentigen Abschlag. Laut Remke reflektiert dies die aktuell herrschenden Unsicherheiten für den Konzern./tih/ajx/jha/

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