Das trifft jedenfalls auf das schwedische Unternehmen Evolution zu, welches Glücksspielsoftware für Online-Casino-Betreiber entwickelt, und zudem auf den Milliardär Ken Dart, der auf den Cayman-Inseln ansässig ist und für seine Investitionen in mehr oder weniger heiklen Branchen bekannt ist – wie zum Beispiel bei British American Tobacco.

Zweifellos bekannt bei allen abendteuerlustigen Anlegern unter unseren Lesern, stellt Evolution eine Börsenkuriosität dar. An der Börse in Stockholm notiert, hat das Unternehmen – einst eine Position im Europa-Portfolio von MarketScreener – eine außergewöhnliche Entwicklung erlebt, mit einem Umsatz, der sich innerhalb von zehn Jahren verdreißigfacht hat.

Vollständig selbstfinanziert und überaus rentabel, wurde diese Wachstumsphase überraschenderweise häufig von einer sehr niedrigen Bewertung begleitet, oft unter dem Dreißigfachen der Gewinne vor der Pandemie und sogar unterhalb dem Zwanzigfachen der Gewinne danach.

Das Thema betrifft natürlich den Geschäftsbereich, in dem Evolution tätig ist – das Glücksspiel. Speziell werden gerade einmal 40% seines Umsatzes auf regulierten Märkten in Europa und den USA erzielt; das lässt 60% des Umsatzes für unregulierte Märkte, insbesondere in Asien, wo Casinos notorisch von einigen der zwielichtigsten Organisationen betrieben werden.

Es hätte mehr gebraucht, um Ken Dart abzuschrecken, der gerade 9% des Kapitals übernommen hat - fast gleichauf mit den beiden Gründern von Evolution, Jens von Bahr und Fredrik Österberg. Das Unternehmen bleibt zudem eng kontrolliert, mit der Hälfte des Kapitals in den Händen der fünf größten Aktionäre.